
Dr. Carmen Mayer verrät im Interview, wie sich bezahlte Werbung, Instagram und Bücher für den Vertrieb lohnen – und vergleicht Aktien mit Immobilien.
Wer heutzutage ein Immobilien- oder Coaching-Unternehmen führt, überschlägt sich oft in der Content-Erstellung für Facebook, LinkedIn, TikTok und Instagram. Dr. Carmen Mayer warnt jedoch davor, sich zu verzetteln. Ein erfolgreiches Unternehmen braucht am Anfang keine breite Streuung, sondern maximale Tiefe auf einem einzigen, perfekt funktionierenden Werbekanal.
Erst wenn dieser erste Marketing-Kanal etabliert ist, stabil läuft und verlässliche Einnahmen generiert, sollten weitere Plattformen hinzugenommen werden. Während Plattformen wie Instagram perfekt für den organischen Vertrauensaufbau im Alltag geeignet sind, erfordert ein eigenes Buch extrem viel Vorlauf, Zeit und Energie.
Daher sollte das Verfassen eines eigenen Buchs im Marketing-Funnel erst zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden, wenn das Business bereits solide skaliert. Zu schnelles Wachstum auf zu vielen Kanälen sorgt sonst für eine Überlastung der eigenen Kapazitäten.
Ein erfolgreicher Vertriebsweg im Premium-Segment zeichnet sich dadurch aus, dass er kalten Traffic systematisch in vertrauensvolle Käufer verwandelt. Mayer nutzt hierfür in erster Linie bezahlte Werbeanzeigen auf den Plattformen Facebook und Instagram, um monatlich Reichweite für einen großen, kostenlosen Live-Workshop zu generieren. Dieser virtuelle Workshop dient als ideale Brücke.
Hier wird direkt Kompetenz bewiesen, Fragen werden beantwortet und Vorurteile gegenüber dem Coaching abgebaut. Im Anschluss an diese erste Vertrauensphase folgt die gezielte persönliche Beratung des Kunden. Die genaue Qualifizierung von Interessenten spielt hierbei eine extrem wichtige Rolle, um unpassende Abschlüsse zu vermeiden.
Ehrlichkeit im Verkaufsprozess schützt vor späteren Reklamationen und sichert die hohe Qualität der eigenen Dienstleistung. Wenn ein potenzieller Kunde beispielsweise kein ausreichendes Startkapital besitzt, wird er im Sinne einer ehrlichen Beratung auch konsequent abgelehnt.
Unternehmerischer Erfolg basiert selten auf purem Glück oder Marktbedingungen, sondern vielmehr auf eiserner Disziplin und kompromisslosem Fokus. Erfolgreiche Unternehmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie getroffene Entscheidungen ohne ständige Selbstzweifel und Ausreden durchziehen. Auch das Überwinden von Ängsten rund um das Thema Verkaufen ist ein wesentlicher Meilenstein.
„Ich liebe es zu verkaufen. Wenn ich nicht darüber rede, ist das wie unterlassene Hilfeleistung.“ — Dr. Carmen Mayer
Verkaufen darf nicht als Last oder Manipulation verstanden werden, sondern als echte Hilfestellung und Problemlösung für den Endkunden. Wer von der Qualität seines eigenen Produkts oder seiner Beratung zutiefst überzeugt ist, sieht die aktive Vermarktung als logischen Schritt. Diese Einstellung erfordert oft tiefgehende Mindset-Arbeit, um blockierende, gesellschaftliche Glaubenssätze abzulegen.
In der Investmentwelt wird oft ein regelrechter Glaubenskrieg zwischen Sachwerten wie Immobilien und Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien geführt. Beide Assetklassen haben ihre absolute Daseinsberechtigung und ergänzen sich im Vermögen der Superreichen ideal. Dennoch bietet der Aktienmarkt spezifische, unschlagbare Vorteile gegenüber dem Immobilienkauf.
Der Einstieg in den Aktienmarkt ist bereits mit sehr geringem Kapital möglich und erfordert keine zeitintensiven Besichtigungen oder anstrengenden Verhandlungen mit Maklern, Banken und Notaren. Diese Unkompliziertheit macht Aktien besonders für vielbeschäftigte Menschen zu einer hochattraktiven Option im Alltag.
Der berüchtigte Totalverlust bei Einzelaktien wie Wirecard wird von Kritikern häufig als das ultimative Argument gegen den Aktienmarkt angeführt. Bei genauerer und professioneller Betrachtung zeigt sich jedoch, dass solche Krisen fast immer einen langen Vorlauf haben und durch grundlegende Analysen rechtzeitig erkennbar sind.
Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren gab es im Fall Wirecard klare, technische und fundamentale Warnsignale in den Bilanzen, auf die aufmerksame Anleger hätten reagieren können. Für Laien, die sich nicht mit den Zahlen des Unternehmens beschäftigen, bleibt der Markt jedoch oft unberechenbar. Ein risikominimiertes Investment setzt daher immer fundiertes Wissen oder eine konsequent breite Streuung voraus.
Gold nimmt im Portfolio eine ganz besondere Sonderstellung ein. Es erwirtschaftet zwar keine direkte Rendite in Form von Dividenden oder Mieteinnahmen, sichert jedoch seit Jahrtausenden verlässlich die reale Kaufkraft der Anleger. In Zeiten steigender Inflation ist dieser Schutzmechanismus unverzichtbar, da die reale Entwertung unseres Geldes oft weit über den offiziellen Statistiken liegt.
„Das Geld liegt auf der Straße, wir dürfen uns bücken. Die Leute machen sich die Welt oft viel zu kompliziert.“ — Dr. Carmen Mayer
Die herkömmliche Fiat-Währung verliert im Supermarkt kontinuierlich an Wert, während Sachwerte wie Edelmetalle die Kaufkraft weitgehend stabil halten. Für einen langfristig orientierten Investor ist Gold daher kein spekulatives Instrument zur schnellen Renditeerzielung, sondern ein stabilisierendes Fundament zur Absicherung des hart erarbeiteten Vermögens gegen systemische Finanzkrisen.
Bei der Auswahl von ETFs greifen viele Privatanleger unüberlegt zum MSCI World. Dr. Carmen Mayer sieht in dieser extremen Streuung jedoch eine Performance-Bremse, da auch wirtschaftsschwache Nationen und Regionen das Gesamtergebnis belasten. Der US-amerikanische S&P 500 beziehungsweise der Nasdaq bündeln hingegen die stärksten Unternehmen der Welt.
Die enorme Innovationskraft und weltweite Dominanz amerikanischer Großkonzerne im Technologiesektor sorgt dafür, dass die USA das Epizentrum der globalen Aktienmärkte bleiben. Solange sich an dieser Vachtstellung nichts Elementares ändert, bietet die gezielte Fokussierung auf den US-Markt eine deutlich renditestärkere Alternative für den langfristigen Vermögensaufbau.
„Bei der Immobilie gehört das einfach dazu. Ich kaufe eine Immobilie immer mit Fremdkapital von der Bank.“ — Dr. Carmen Mayer
Der zusätzliche, unschlagbare Nutzen von Immobilien liegt im Leverage-Effekt durch Bankkredite, der an der Börse für Privatanleger in dieser Form nur schwer realisierbar ist. Wer beide Welten geschickt miteinander verbindet, profitiert sowohl von der Hebelwirkung des Betongolds als auch von der enormen Dynamik und Liquidität des Aktienmarkts.
Für den Start empfiehlt sich Instagram oder bezahlte Werbung, da dies flexibel und kostengünstig Leads generiert. Ein eigenes Buch ist sehr zeitaufwendig und sollte erst später im Business-Aufbau zur Premium-Positionierung folgen.
Der Funnel startet mit bezahlter Werbung auf Meta-Plattformen, führt Interessenten in einen kostenlosen Live-Workshop und qualifiziert sie anschließend in echten Strategiegesprächen für ein exklusives Coaching.
Ein sinnvoller Vermögensaufbau an der Börse mit einem diversifizierten Portfolio startet bei etwa 2.000 Euro Startkapital. Kleinere Sparpläne sind zwar möglich, lösen aber grundlegendere finanzielle Engpässe nicht direkt auf.
Aktien erfordern im Gegensatz zu Immobilien keine zeitintensiven Besichtigungen, Mietverwaltung oder bürokratische Prozesse wie Notartermine. Sie lassen sich flexibel, schnell und mit beliebigem Budget handeln.
Der größte Vorteil ist der Leverage-Effekt. Banken finanzieren Immobilienkäufe zu einem hohen Teil mit Fremdkapital, was beim Aktienkauf für Einsteiger in dieser Form nicht möglich ist.
Ja, laut Dr. Carmen Mayer gab es über zwei Jahre hinweg deutliche technische und fundamentale Warnsignale in den Bilanzen, auf die aufmerksame Anleger hätten reagieren können.
Gold wirft keine direkte Rendite wie Dividenden ab, dient aber seit Jahrhunderten als stabiler Schutz gegen die reale Inflation und sichert somit verlässlich die Kaufkraft des Vermögens.
Der MSCI World streut zu breit und nimmt dadurch schwächere Volkswirtschaften auf. Der S&P 500 bündelt die stärksten US-Unternehmen und bietet historisch gesehen eine höhere Rendite.
Für Einsteiger ohne tiefgehendes betriebswirtschaftliches Wissen ist Stockpicking riskant. Breite ETFs, die starke Indizes abbilden, bieten ein deutlich besseres Chance-Risiko-Verhältnis.
Disziplin und ein klares Mindset sind entscheidend. Nur wer fokussiert bleibt, ohne Ausreden umsetzt und den Verkauf als echten Mehrwert für den Kunden begreift, wird langfristig skalieren.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.