
Alexander Schmid erklärt die 5 Schritte für erfolgreiches Networking in der Immobilienbranche. Schluss mit Smalltalk – so entstehen echte Deals!
Viele Akteure in der Immobilienbranche kennen die Situation: Sie melden sich spontan zu einer regionalen Netzwerk-Veranstaltung an, fahren motiviert dorthin und hoffen auf das Beste. Doch allzu oft endet der Abend in Ernüchterung. Man unterhält sich mit zufälligen Personen, stellt im Gespräch fest, dass es keinerlei geschäftliche Schnittmengen gibt, und verlässt das Event schließlich frustriert.
Nach der Beobachtung von Alexander Schmid machen rund 99 Prozent der Akteure beim Netzwerken denselben Fehler: Sie handeln planlos und ohne klaren Fokus. Ohne Struktur und klare Zielsetzung gleicht die Suche nach wertvollen Geschäftspartnern einem reinen Glücksspiel. Wer einfach nur auf eine Veranstaltung geht, um unbestimmt andere Personen zu treffen, verschwendet meist wertvolle Zeit.
„Und wenn man das nicht weiß, dann hat man auch kein Ziel, wo man hingeht.“ — Alexander Schmid
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, bedarf es einer strukturierten Methode. Netzwerken darf nicht dem Zufall überlassen werden, sondern muss als strategischer und zielgerichteter Prozess begriffen werden. Erst wenn man vollkommen planvoll vorgeht, wandelt sich stumpfer Smalltalk in echte unternehmerische Möglichkeiten.
Der erste und wichtigste Schritt der Netzwerk-Strategie ist die Definition des eigenen Ziels. Bevor man eine Veranstaltung zusagt oder gar betritt, muss die fundamentale Frage beantwortet sein, was genau durch die Teilnahme erreicht werden soll. Die Zielsetzung fungiert als Kompass für alle nachfolgenden Aktivitäten.
Je präziser die Intention formuliert ist, desto einfacher lässt sich der Erfolg des Events im Nachgang bemessen. Typische Ziele in der Immobilienwirtschaft können vielfältig sein:
Ein Makler, der auf ein Event geht, hat grundlegend andere Zielsetzungen als ein Finanzierungsvermittler. Wer sein Ziel vorab nicht genau kennt, läuft große Gefahr, sich in belanglosen Gesprächen mit unbeteiligten Dritten zu verlieren. Die klare Fokussierung schützt somit vor Zeitdiebstahl und erhöht die Effizienz.
Sobald die strategische Zielsetzung feststeht, folgt die Analyse der Teilnehmer. Erfolgreiche Netzwerker überlassen es niemals dem Zufall, wen sie vor Ort treffen. Stattdessen nutzen sie die verfügbaren Gästelisten und Speaker-Verzeichnisse, um gezielt nach passenden Profilen zu suchen und diese vorab zu selektieren.
Dieser Selektionsprozess gleicht einer klassischen Zielgruppenanalyse im B2B-Vertrieb. Man durchforstet die vorliegenden Profile akribisch nach bestimmten Kriterien:
Wird ein Event beispielsweise von bekannten Branchengrößen organisiert, lässt sich vorab genau ermitteln, welche Köpfe anwesend sein werden. Erst durch diese genaue Filterung trennt man die Spreu vom Weizen und erhält eine übersichtliche Liste mit echten Wunschkontakten.
Ein entscheidender Hebel, den fast alle klassischen Netzwerker komplett vernachlässigen, ist das digitale Warm-up vor dem eigentlichen Event. Sobald die Wunschkontakte auf der Gästeliste identifiziert sind, sollte die Kontaktaufnahme noch vor dem eigentlichen Eventtag starten. Alexander Schmid schlägt vor, gezielt über Netzwerke wie LinkedIn digitalen Kontakt aufzunehmen.
Besonders bei bekannten Speakern oder Organisatoren des Events wirkt eine frühzeitige Ansprache wahre Wunder. Man signalisiert echtes Interesse an ihrer Arbeit und schafft bereits vor dem ersten Händeschütteln eine vertraute Basis. Wenn man sich dann vor Ort begegnet, knüpft man an dieses digitale Vorgespräch leicht an.
Auf der eigentlichen Veranstaltung gilt eine ganz wichtige Grundregel: Verkaufen Sie nicht mit übermäßiger Gewalt. Wer direkt beim ersten Aufeinandertreffen mit der Tür ins Haus fällt und Verträge ausbreitet, verschreckt potenzielle Partner sofort. Das Event dient primär dem Kennenlernen, dem Sympathieaufbau und der Etablierung eines guten Gefühls.
Nachdem ein positiver Erstkontakt auf der Veranstaltung hergestellt ist, geht es in die Phase der Nachbereitung. Das eigentliche Geschäft wird niemals impulsiv auf der Netzwerkveranstaltung selbst abgeschlossen. Der wahre Mehrwert entsteht im professionellen Follow-up in den Tagen nach dem Event.
„Und wenn ihr dann das Geschäft machen wollt, das macht ihr dann separat danach.“ — Alexander Schmid
Eine saubere Nachbereitung sichert den langfristigen Erfolg der investierten Zeit. Sie unterscheidet die Amateure von den Profis in der Immobilienwirtschaft. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:
Obwohl die 5-Schritte-Methode eine deutliche Effizienzsteigerung mit sich bringt, stößt das rein physische Netzwerken an eine unüberwindbare Grenze: die fehlende Skalierbarkeit. Als Einzelperson kann man pro Abend nur mit einer sehr begrenzten Anzahl von Menschen intensiv sprechen. Der zeitliche und finanzielle Aufwand für Reisen und Event-Tickets steht oft in keinem Verhältnis zur erreichten Reichweite.
„Dieses Netzwerken, das kannst du nicht skalieren.“ — Alexander Schmid
Schmid verweist auf das Beispiel prominenter Branchen-Influencer, die mit einem einzigen Social-Media-Beitrag mühelos über 160.000 Menschen erreichen können. Um eine solche Zahl an Akteuren über traditionelle Netzwerk-Abende persönlich zu treffen, bräuchte man mehrere Jahrzehnte. Das strukturelle Problem des klassischen Netzwerkens ist somit der limitierende Faktor Zeit.
Die Lösung für dieses Skalierungsproblem liegt in einem grundlegenden Paradigmenwechsel. Erfolgreiche Branchenprofis gehen über klassisches Networking hinaus, indem sie die Richtung komplett umkehren. Statt mühsam von Event zu Event zu reisen und fremde Menschen anzusprechen, sorgen sie dafür, dass sie selbst sichtbar werden und die Zielgruppe auf sie zukommt.
Diese Form des Pull-Marketings basiert auf dem gezielten Senden von relevanten Branchen-Informationen. Man positioniert sich als gefragter Experte auf einer Plattform, um die Aufmerksamkeit der Wunschkunden magisch anzuziehen und diese für sich zu gewinnen:
Für Alexander Schmid steht fest, dass der eigene Podcast das mit Abstand stärkste Werkzeug zur Skalierung des persönlichen Netzwerks darstellt. Podcasts bieten im Vergleich zu schnellen Social-Media-Eindrücken ein langes, intensives Format, bei dem der Hörer dem Sprecher oft über 20, 30 oder mehr Minuten intensiv lauscht.
In einer von Schnelllebigkeit geprägten Welt bauen Audiospuren eine Brücke des Vertrauens. Der Hörer lernt die Stimme, die Nuancen und die Fachkompetenz des Hosts im Detail kennen. Da der Immobiliensektor ein reines Vertrauensgeschäft ist, begünstigt dieses Gefühl der Vertrautheit spätere Deals enorm.
Wer die digitale Sichtbarkeit clever nutzt, braucht keine fremden Visitenkarten mehr zu jagen. Die Menschen kommen von ganz allein und fragen an. Das ist der modernste und nachhaltigste Weg, um in der Immobilienbranche zu wachsen und echte geschäftliche Durchbrüche zu erzielen.
Klassisches Netzwerken scheitert meist am mangelnden Ziel und an der fehlenden Vorbereitung. Kontakte werden zufällig und unvorbereitet geknüpft, wodurch kaum geschäftlich relevante Verbindungen entstehen.
Der erste Schritt besteht darin, ein klares Ziel für das Event zu definieren. Sie müssen genau wissen, warum Sie an der Veranstaltung teilnehmen und was das geschäftliche Ergebnis sein soll.
Die Gästeliste und die Liste der Speaker sollten vorab genau analysiert und nach relevanten Zielgruppen wie Projektentwicklern oder Bestandshaltern gefiltert werden.
Ja, eine Kontaktaufnahme im Vorfeld (z. B. auf LinkedIn) wärmt den Kontakt auf. So lässt sich vor Ort direkt an ein bestehendes Vorgespräch anknüpfen.
Nein, auf dem Event geht es vorrangig um Sympathie und Beziehungsaufbau. Direkte Verkaufsgespräche sollten erst nach der Veranstaltung stattfinden.
Das Geschäft wird im Nachgang abgeschlossen. Dies gelingt durch ein professionelles und zeitnahes Follow-up per Nachricht, Telefonat oder persönliches Treffen.
Weil die persönliche Zeit auf Events stark begrenzt ist. Man kann physisch an einem Abend nur mit sehr wenigen Menschen tiefe Gespräche führen.
Durch eigene Sichtbarkeit (z. B. auf Bühnen, in Webinaren oder durch einen Podcast). Wer wertvolle Fach-Informationen sendet, zieht Wunschkunden an, die von sich aus anfragen.
Podcasts sind ein langes Audioformat, das im Vergleich zu kurzen Social-Media-Beiträgen ein extrem tiefes und nachhaltiges Vertrauen beim Zuhörer aufbaut.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.