
Wie lassen sich Baukosten senken, ohne die Qualität zu mindern? Dr. Peter Burneckel erklärt den einzigartigen Hebel von Pro Bauherr.
Die Stimmung in der Immobilienbranche wandelt sich spürbar. Beim etablierten P5 Kongress zeigte sich ein klares Bild: Die Branche sucht aktiv nach tragfähigen Lösungen für die aktuelle Krise. Dass die Veranstaltung trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen restlos ausverkauft war, unterstreicht den enormen Redebedarf und das Bedürfnis nach engem Austausch.
Besonders auffällig ist die neue Offenheit innerhalb der Branche. Wo früher oft PR-Floskeln dominierten, herrscht heute ein ungeschminkter Realismus. Branchenakteure sprechen Probleme sowohl auf den Bühnen als auch in privaten Gesprächen ungefiltert an. Dieser Pragmatismus ist die zwingende Voraussetzung, um neue, innovative Wege aus dem aktuellen Markt-Tief aufzuzeigen.
„Ich bin sehr positiv überrascht, bin das erste Mal dabei. Sold Out sagt auch einiges aus in den aktuellen Zeiten.“ — Dr. Peter Burneckel
Die Ursachen für die explodierenden Baukosten in Deutschland sind vielschichtig, haben jedoch einen gemeinsamen Nenner: das dichte regulatorische Netz. Projektentwickler und Bauherren sehen sich mit tausenden gesetzlichen Vorschriften, Normen und den anerkannten Regeln der Technik konfrontiert. Diese unüberschaubare Normenflut schränkt die Flexibilität bei der Planung drastisch ein.
Hinzu kommt die rechtliche Absicherung der am Bau beteiligten Fachplaner. Da Architekten und Ingenieure im Rahmen des Werkvertragsrechts voll für eventuelle Mängel haften, neigen sie naturgemäß zu maximaler Sicherheit. Anstatt Ressourcen präzise am tatsächlichen Bedarf auszurichten, werden Leistungen und Dimensionierungen in der Praxis systematisch aufgerundet, um Haftungsrisiken proaktiv zu minimieren.
Hier setzt das Geschäftsmodell von Pro Bauherr an. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, im Sinne des Bauherrn die Rendite von Projekten zu sichern, indem überflüssige Kostentreiber identifiziert werden. Es geht dabei ausdrücklich nicht um ein pauschales und qualitätsminderndes „Cost-Cutting“, sondern um eine intelligente Optimierung des gesamten Planungsprozesses.
Das Ziel ist es, dem Projekt die sprichwörtliche „Sahne“ zu nehmen – also jene übertriebenen Ausstattungs- und Technikmerkmale, die keinen echten Nutzwert oder architektonischen Mehrwert stiften. Ein qualitativ hochwertiges und optisch ansprechendes Gebäude muss kein unbezahlbares Luxusobjekt sein, sondern kann durch kluge Reduktion wirtschaftlich rentabel realisiert werden.
„Wir wollen hochwertige Gebäude – aber zu einem fairen und bezahlbaren Preis.“ — Dr. Peter Burneckel
Ein wesentliches Merkmal dieses Ansatzes ist die Art der Implementierung in bestehende Projektstrukturen. Viele Bauherren scheuen externe Berater, da sie langwierige Abstimmungsprozesse oder Konflikte innerhalb des bestehenden Planerteams befürchten. Pro Bauherr wählt daher eine Arbeitsweise, die den regulären Bauablauf keineswegs ausbremst.
Anstatt aktiv an den täglichen Koordinierungsgesprächen oder Jour-fixe-Terminen teilzunehmen, analysiert das Team die Planungsstände und Ausschreibungen autark von der Seitenlinie. Auf Augenhöhe mit dem Bauherrn werden konkrete Einsparpotenziale ausgearbeitet, die anschließend ohne Reibungsverluste in die finale Ausführung einfließen können.
Besonders in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) verbergen sich oft immense, ungenutzte Einsparmöglichkeiten. Durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und zusätzliche nachhaltige Standards steigen die Anforderungen an die Haustechnik kontinuierlich. Das führt in der Praxis oft zu extrem komplexen und hochpreisigen Systemen, die in dieser Dimension gar nicht notwendig wären.
Pro Bauherr blickt detailliert auf diese komplexen Systeme und hinterfragt deren Notwendigkeit sowie Dimensionierung. Oftmals lässt sich durch herstellerneutrale Prüfungen und den gezielten Rückbau von technologischem „Over-Engineering“ bares Geld sparen, ohne dass die Energieeffizienz oder der Nutzungskomfort des Gebäudes darunter leiden.
„Unser Ziel ist es, dass am Ende des Geldes keine Baustelle mehr übrig ist.“ — Dr. Peter Burneckel
Die aktuelle Marktphase verlangt den Akteuren der Immobilienwirtschaft Durchhaltevermögen ab. Die Krise ist jedoch in den unterschiedlichen Teilbereichen der Branche zeitverzögert spürbar. Während Projektentwickler und Bestandshalter bereits seit geraumer Zeit mit den veränderten Zins- und Baukostenkonditionen kämpfen, erreicht die Flaute das Handwerk erst jetzt sukzessive.
Dieses Phänomen erklärt sich aus dem typischen spätzyklischen Charakter der Baubranche. Da das Handwerk über einen langen Zeitraum von gut gefüllten Auftragsbüchern und laufenden Großprojekten zehren konnte, schlagen ausbleibende Projektstarts erst mit spürbarer Verzögerung auf die Betriebe durch. Ein echtes Erreichen der Talsohle im Handwerk ist daher erst in den kommenden Monaten zu erwarten.
Trotz der herausfordernden Ist-Situation überwiegt bei zukunftsorientierten Marktteilnehmern der Optimismus. Da ein gesamter Konjunkturzyklus in der Regel nicht jahrelang am Boden verharrt, gilt es, die aktuelle Phase der Marktberuhigung strategisch klug zu nutzen. Wer jetzt untätig abwartet, verpasst den rechtzeitigen Anschluss beim nächsten Aufschwung.
Projektentwickler und Bauträger sollten daher wieder Mut fassen und zeitnah in neue Planungsphasen einsteigen. Da Planungs- und Genehmigungsprozesse viel Zeit in Anspruch nehmen, sichert das antizyklische Vorbereiten von Projekten den entscheidenden Vorsprung, sobald sich das Zinsumfeld und die Nachfrage wieder stabilisieren. Nur wer jetzt plant, kann morgen bauen.
„Die Projektentwickler und Bauträger sollten jetzt handeln, in die Planungen wieder einsteigen, wieder etwas Mut zeigen...“ — Dr. Peter Burneckel
Pro Bauherr optimiert laufende Bauprojekte von außen, indem es gezielte Einsparpotenziale in der Planung, Haustechnik und Architektur identifiziert, um die Baukosten signifikant zu senken.
Die hohen Kosten resultieren aus tausenden von Normen, den anerkannten Regeln der Technik sowie der Tendenz von Architekten und Ingenieuren, im Werkvertragsrecht mit Sicherheitszuschlägen aufzurunden.
Durch eine gezielte Optimierung von Details, wie beispielsweise Fassadenanschlüssen und dem Reduzieren unnötig komplexer Haustechnik, bleibt die architektonische Qualität vollständig erhalten.
Nein, Pro Bauherr agiert als externer Partner auf Augenhöhe mit dem Bauherrn und greift nicht aktiv in die regulären Jour-fixe-Termine oder den Planungsablauf ein.
Eine Optimierung lohnt sich besonders in der Planungs- und Ausschreibungsphase, um Fehlplanungen und teure Überdimensionierungen rechtzeitig vor Baubeginn zu korrigieren.
Er sieht die Branche in einer Übergangsphase; das sogenannte Tal der Tränen ist im Handwerk als Spätzykliker noch nicht ganz durchschritten, aber eine Erholung deutet sich an.
Antizyklisches Handeln ist entscheidend: Bauträger sollten jetzt mutig in die Planung gehen, um bestens vorbereitet zu sein, wenn der Markt in wenigen Monaten wieder anzieht.
Ja, oft wird Haustechnik durch Sicherheitsreserven und Normenübererfüllung überdimensioniert, was durch herstellerneutrale Prüfungen korrigiert werden kann.
Damit wird ausgedrückt, dass die realen Baukosten durch professionelles Controlling und Optimierung exakt im Rahmen des Budgets gehalten werden müssen, damit Projekte erfolgreich fertiggestellt werden.
Er zeigte sich beeindruckt von der ausverkauften Veranstaltung und lobte die offene, ehrliche Kommunikation („Tacheles reden“) der Branchenteilnehmer auf Augenhöhe.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.