
Baukosten senken: Dr. Peter Burnickl zeigt im Podcast, wie du durch systematische Planung bis zu 30 % sparst – ganz ohne Qualitätsverlust.
Viele private und semiprofessionelle Bauherren stehen aktuell vor derselben existentiellen Herausforderung: Die Baukosten laufen völlig aus dem Ruder. In vielen Fällen führt dies dazu, dass geplante Projekte nicht mehr rentabel sind oder sogar abgebrochen werden müssen. Doch das muss nicht sein, denn die Ursachen für diese Kostenexplosionen liegen selten an unvorhersehbaren Marktentwicklungen, sondern an systematischen Planungsfehlern.
Wer heute ein Mehrfamilienhaus wirtschaftlich erfolgreich realisieren möchte, muss die gängigen Fehler der Branche kennen und gezielt vermeiden. Durch ein durchdachtes System ist es möglich, die Baukosten um bis zu 30 % zu senken – und das ganz ohne Abstriche bei der Bauqualität. Die Stellschrauben dafür liegen vor allem in der frühen Planungsphase und bei der Vergabe der Gewerke.
Dr. Peter Burnickl ist Sachverständiger für Baukosten und Baumethoden und blickt auf eine immense Erfahrung aus der Praxis zurück. Er hat in seiner Karriere bereits über 1.200 Bauvorhaben erfolgreich begleitet und zudem mehr als 25 Millionen Euro an eigenem Kapital als Bauträger investiert. Aus dieser doppelten Perspektive – als Sachverständiger und als aktiver Investor – kennt er die Fallstricke des Bauwesens im Detail.
Sein Ziel ist es, den Bau von Mehrfamilienhäusern wieder hochwirtschaftlich zu machen. Das bedeutet konkret: Erstellungskosten von unter 3.000 Euro brutto pro Quadratmeter Wohnfläche bei einem wöchentlichen Zeitaufwand von weniger als drei Stunden für den Bauherrn. Die Basis dafür ist eine konsequente Standardisierung und das kompromisslose Hinterfragen traditioneller Planungsansätze.
Der wohl häufigste Fehler, den fast 90 % aller Bauherren begehen, ist das vorschnelle Vertrauen in den erstbesten Architektenentwurf. Oft wird der Architekt aus dem privaten Umfeld oder auf einfache Empfehlung ausgewählt. Doch die Annahme, dass jeder Architekt automatisch die wirtschaftlichste Lösung für ein spezifisches Bauvorhaben findet, ist ein fataler Trugschluss.
Ein Architekt ist wie ein Allgemeinmediziner: Er deckt ein breites Feld ab, ist aber selten der spezialisierte Facharzt für hochwirtschaftlichen Wohnungsbau. Wer ein Mehrfamilienhaus bauen oder sanieren möchte, benötigt einen Planer, der die regionalen Behörden genau kennt und auf kosteneffizientes Bauen spezialisiert ist. Die Erstplanung sollte daher niemals ungeprüft als finale Grundlage dienen.
Wie massiv die Einsparpotenziale bei einer professionellen Überprüfung der Erstplanung sind, zeigt ein reales Praxisbeispiel aus Hessen. Hier konnte Dr. Peter Burnickl gemeinsam mit seinem Team bereits im ersten Kickoff-Gespräch eine gigantische Summe einsparen, ohne dass der Bauherr Abstriche bei der Material- oder Wohnqualität machen musste.
„Wir haben neulich bei einem Bauvorhaben in Hessen im Kickoff Gespräch über eine halbe Million Euro Luft rausgelassen, ohne die Qualität zu verschlechtern.“ — Peter Burnickl
Die Hebel für diese enorme Kostenreduktion lagen in folgenden Bereichen:
Um die Wirtschaftlichkeit eines Grundrisses objektiv bewerten zu können, müssen Bauherren eine zentrale Kennzahl verstehen: das Verhältnis der reinen Wohnfläche zur Bruttogeschossfläche (BGF). Baufirmen kalkulieren ihre Preise primär auf Basis der BGF oder des Bruttorauminhalts, während der Investor seine Einnahmen ausschließlich über die Wohnfläche generiert.
Ein optimaler Grundriss zeichnet sich durch folgende Kriterien aus:
Der zweite kritische Fehler betrifft die Erstellung der Leistungsverzeichnisse und Ausschreibungen. In der Praxis neigen Fachplaner und Ingenieure dazu, bei den Massenberechnungen großzügige Sicherheitszuschläge einzubauen. Diese "Angstpositionen" treiben die Angebotspreise der Handwerker künstlich in die Höhe, ohne dass ein realer Gegenwert entsteht.
„Es darf kein Puffer drin sein und zwar am liebsten null, weil ihr pauschaliert ja in meiner Welt.“ — Peter Burnickl
Für eine professionelle Ausschreibung gelten daher klare Regeln:
Wie wirksam das systematische Aufspüren von Puffern ist, zeigt ein Projekt in der Nähe von Würzburg. Hier lag das günstigste Angebot für das Gewerk Haustechnik bei astronomischen 930.000 Euro, während das Budget des Bauherrn streng auf 700.000 Euro begrenzt war. Da der Rohbau bereits fast fertiggestellt war, herrschte akuter Zeitdruck.
Durch eine gezielte Intervention wurde das Projekt gerettet:
Die Praxis zeigt eindrucksvoll, dass explodierende Baukosten kein Schicksal sind. Wer die Planungsphase aktiv kontrolliert, den Architektenentwurf kritisch hinterfragt und die Ausschreibungen von unnötigem Ballast befreit, kann Hunderttausende Euro sparen.
Das System von Dr. Peter Burnickl beweist, dass durch strukturierte Prozesse und die Unterstützung einer starken Community signifikante Kosteneinsparungen und eine gleichzeitige Steigerung der Mietrendite um 5 % und mehr absolut machbar sind.
Die Kosten explodieren meist nicht durch unvorhersehbare Marktbedingungen, sondern durch fehlerhafte Erstplanungen, unnötig große Untergeschosse und künstliche Puffer in den Ausschreibungen.
Architekten sind oft Generalisten und keine Spezialisten für hochwirtschaftlichen Wohnungsbau. Ohne Zweitmeinung und wirtschaftliche Prüfung entstehen oft ineffiziente Grundrisse.
Beim Projekt in Hessen wurden im ersten Kickoff-Gespräch über 500.000 Euro an Baukosten eingespart, ohne die Bauqualität zu reduzieren.
Zu große Untergeschosse, überdimensionierte Technik- und Abstellräume sowie auskragende Balkone mit teuren Isokörben treiben die Kosten massiv in die Höhe.
Das Verhältnis sollte mindestens über 85 % liegen, idealerweise sogar über 87 %, um eine maximale Flächeneffizienz und Wirtschaftlichkeit zu garantieren.
Ingenieure runden oft auf und bauen Sicherheitszuschläge (sogenannte Angstpositionen) ein, um Planungsunsicherheiten abzufedern und Konflikte mit Baufirmen zu vermeiden.
Durch die Eliminierung aller Puffer und eine präzise Korrektur der Massen wurde das Angebot des Bestbieters von 930.000 Euro auf rund 700.000 Euro gesenkt.
Eine Pauschalierung schützt vor Nachträgen. Sie funktioniert jedoch nur dann optimal, wenn zuvor alle unnötigen Puffer aus der Massenberechnung entfernt wurden.
Das Ziel ist es, hocheffiziente Mehrfamilienhäuser für unter 3.000 Euro brutto pro Quadratmeter Wohnfläche bei minimalem wöchentlichem Zeitaufwand zu bauen.
Bauherren können ihre Grundrisse in der Community von Dr. Peter Burnickl von anderen Mitgliedern und Experten challengen und optimieren lassen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.