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    Real Estate Lounge · 4. März 2026

    Immobilienmakler: Welcher passt zu deiner Strategie?

    4. März 2026 51 Min. 4 Min. Lesezeit
    Welcher Immobilien Makler passt zu deiner Strategie? Der Vergleich

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Wahl eines Maklers ausschließlich anhand des höchsten versprochenen Verkaufspreises ist ein fataler Fehler, der oft zu empfindlichen sechsstelligen Einbußen führt.
    • Durch ein strategisch durchgeführtes Angebotsverfahren lässt sich der finale Verkaufspreis häufig um 5 bis 15 Prozent über den tatsächlichen Marktwert steigern.
    • Die ersten zwei bis drei Wochen am Markt sind die entscheidende Phase und bestimmen maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg des gesamten Immobilienverkaufs.
    • Das reine Innenprovisionsmodell zieht mehr Käufer an, da es deren Eigenkapital schont und bessere Finanzierungskonditionen bei Banken ermöglicht.
    • Eine Begrenzung der Makler-Alleinaufträge auf zwei Monate mit schriftlicher Leistungsgarantie verhindert Inaktivität und schützt Verkäufer vor leeren Versprechungen.
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    Welcher Immobilienmakler passt zu dir? Vermeide teure Fehler beim Verkauf und erfahre, warum sich der Vergleich von 2 bis 3 Maklern lohnt.

    Fehltritte bei der Maklerwahl und falsche Versprechungen

    Viele Immobilieneigentümer begehen beim Verkauf den gravierenden Fehler, sich für den Makler zu entscheiden, der ihnen im Vorfeld den höchsten Verkaufspreis verspricht. Diese sogenannten Auftragssammler nutzen das menschliche Wunschdenken aus, obwohl sie genau wissen, dass der Preis am realen Markt niemals durchzusetzen ist. Ein zu hoch angesetzter Preis blockiert den Verkaufsprozess von Anfang an und zieht oft erhebliche finanzielle Einbußen nach sich.

    Eigentümer sollten im Auswahlprozess nicht nur auf unverbindliche Versprechungen vertrauen, sondern gezielt nach klaren Strukturen und Prozessen fragen. Es empfiehlt sich unbedingt, mindestens zwei bis drei verschiedene Makler anzuhören, um ein verlässliches Gespür für die Arbeitsweise und die Marktkompetenz der Anbieter zu entwickeln.

    „Ein guter Makler bringt einem immer mehr als das, was er kostet.“ — Philip Bunz

    Der psychologische Aspekt beim Privatverkauf

    Grundsätzlich steht es jedem Eigentümer frei, seine Immobilie eigenständig zu vermarkten. Allerdings wird dabei die psychologische Komponente des Immobilienverkaufs massiv unterschätzt. Eigentümern mangelt es naturgemäß an der nötigen Distanz, wodurch sie bei Besichtigungen oft falsche Schwerpunkte setzen.

    • Emotionale Befangenheit: Eigentümer verkaufen unbewusst die gelebte Vergangenheit, während Käufer nach Raum für ihre eigene Zukunft suchen.
    • Gehemmte Kommunikation: Kaufinteressenten scheuen sich meist, dem Eigentümer direkt Mängel oder Kritikpunkte an der Raumaufteilung mitzuteilen.
    • Die Pufferfunktion: Ein dritter, neutraler Vermittler fängt Kritik ab und kann Einwände direkt im Gespräch strategisch entkräften.

    Innovatives Marketing statt des reinen ImmoScout-Inserats

    Die bloße Einstellung einer Immobilie in gängigen Internetportalen reicht heutzutage bei weitem nicht mehr aus, um Bestpreise zu erzielen. Ein professioneller Immobilienmakler agiert wie eine hochgradig spezialisierte Marketingagentur für das jeweilige Objekt und investiert beträchtliche Summen in die zielgerichtete Vermarktung.

    • Lokaler Fokus: Nahezu 80 Prozent aller Käufer kommen aus einem Umkreis von nur zwei Kilometern rund um das Objekt.
    • Postwurfsendungen: Die gezielte Verteilung von hochwertigen Flyern in der Nachbarschaft spricht genau die lokale Zielgruppe an.
    • Verkaufsschilder vor Ort: Diese in Übersee bewährte Methode fängt die Aufmerksamkeit von Passanten direkt vor dem Haus ab.
    • Digitales Staging: Sanierungsbedürftige Räume werden virtuell aufbereitet, um Interessenten das verborgene Potenzial der Immobilie bildhaft vor Augen zu führen.

    Das Angebotsverfahren zur Preisoptimierung

    Ein weit verbreiteter Irrglaube lautet, dass ein Immobilienpreis im Laufe von Verhandlungen immer nur nach unten korrigiert werden kann. Mit dem strategischen Einsatz eines professionellen Angebotsverfahrens lässt sich der Preis bei hoher Nachfrage gezielt nach oben verhandeln.

    „Häufig ist es so, dass ein Eigentümer eher die Vergangenheit versucht zu verkaufen. Ein Käufer möchte aber Zukunft kaufen.“ — Philip Bunz

    Das Angebotsverfahren baut darauf auf, dass Interessenten bei hoher Nachfrage sofort erkennen, dass sie nicht die einzigen Bewerber sind. Dies erzeugt eine gesunde Dynamik von Angebot und Nachfrage. Dadurch gelingt es in der Praxis regelmäßig, am Ende Verkaufspreise zu realisieren, die fünf bis fünfzehn Prozent über dem ursprünglichen Marktwert liegen.

    Wissenschaftliche Bewertung statt ungenauem Bauchgefühl

    Eine belastbare Wertermittlung basiert niemals auf einer schnellen, oberflächlichen Online-Schätzung. Professionelle Makler berechnen den Wert einer Immobilie systematisch über einen gesamten Arbeitstag hinweg und stützen sich auf etablierte Standardverfahren.

    • Sachwertverfahren: Kommt vorrangig bei Ein- und Zweifamilienhäusern zum Einsatz und bewertet detailliert die Boden- und Bausubstanz.
    • Ertragswertverfahren: Findet Anwendung bei vermieteten Objekten und Wohnungen, bei denen die erzielbare Mietrendite im Fokus steht.
    • Vergleichswertverfahren: Analysiert tatsächlich realisierte und notariell beurkundete Verkaufspreise vergleichbarer Immobilien im regionalen Umfeld.

    Durch den zusätzlichen Zugriff auf offizielle Daten der Gutachterausschüsse und spezialisierte Software wird sichergestellt, dass keine bloßen Angebotspreise, sondern tatsächliche Marktdaten als Kalkulationsgrundlage herangezogen werden.

    Das Provisionsmodell als strategischer Hebel

    Während der deutsche Markt vorwiegend auf die hälftige Teilung der Provision setzt, bietet das Modell der reinen Innenprovision erhebliche vertriebliche Vorteile. Bei diesem Modell zahlt ausschließlich der Verkäufer die Maklergebühr, während das Objekt für den Käufer komplett provisionsfrei bleibt.

    Da Banken Erwerbsnebenkosten wie die Maklerprovision grundsätzlich nicht mitfinanzieren, müssen Käufer diese stets vollständig aus dem eigenen Ersparten begleichen. Fällt diese Hürde weg, verbleibt dem Käufer deutlich mehr freies Eigenkapital für die Finanzierung. Das führt zu erstklassigen Konditionen bei der Bank und erlaubt es dem Käufer, ein deutlich höheres Kaufpreisangebot abzugeben. Der psychologische Effekt der Provisionsfreiheit sorgt zudem für maximalen Anfragen-Traffic am Markt.

    Kurze Vertragslaufzeiten für maximale Dynamik

    Ein klares Indiz für einen seriösen Makler ist die Bereitschaft zu kurzen Vertragslaufzeiten. Während viele Akteure Alleinaufträge über sechs bis zwölf Monate abschließen wollen, befristen prozessstarke Makler ihre Verträge auf lediglich zwei Monate.

    „Die entscheidende Phase beim Immobilienverkauf sind die ersten zwei bis drei Wochen.“ — Philip Bunz

    Fehler im Pricing oder in der Marketingstrategie lassen sich nach dieser kritischen Phase im Nachhinein kaum noch korrigieren. Eine kurze Vertragslaufzeit, gekoppelt mit einer schriftlichen Leistungsgarantie, schützt den Verkäufer vor inaktiven Maklern. Werden die versprochenen Marketingleistungen nicht erbracht, kann der Eigentümer den Vertrag sofort auflösen.

    Zielgruppenfokus, Bonitätsprüfung und weiche Faktoren

    Der Verkauf einer Immobilie ist eine hochgradig persönliche Angelegenheit. Lokale, inhabergeführte Experten kennen die Feinheiten des regionalen Marktes weit besser als anonyme Großkonzerne oder landesweite Franchise-Systeme.

    • Effektive Vorabprüfung: Durch die konsequente Abfrage von Bonitäts- oder Finanzierungsbestätigungen vorab wird nerviger Besichtigungstourismus effizient unterbunden.
    • Emotionale Faktoren: Viele Verkäufer legen großen Wert darauf, das langjährige Familiendomizil an sympathische Nachfolger zu übergeben.
    • Persönliche Betreuung: Am Ende entscheidet das gegenseitige Urvertrauen, weshalb eine transparente, ehrliche Kommunikation im gesamten Verkaufsprozess unverzichtbar ist.

    Passend dazu: Sonja Kraus: Immobilien-Investments & Markt-Realität · Ardi Goldman: Warum Immobilien Produkte sein müssen · Immobilien 2025: Dominik Benner über Wohnbau & P5-Kongress

    Häufige Fragen

    Warum ist der Makler mit dem höchsten Preisversprechen oft die falsche Wahl?

    Sogenannte Auftragssammler locken Eigentümer mit unrealistisch hohen Preisen, die am Markt nicht durchsetzbar sind. Die Immobilie steht dadurch extrem lange leer, verliert an Attraktivität und muss letztlich oft weit unter Wert verkauft werden.

    Was ist der Unterschied zwischen einem Angebotsverfahren und einem Bieterverfahren?

    Das Bieterverfahren ist ein starr regulierter Prozess mit festen Fristen. Im kundenfreundlicheren Angebotsverfahren werden Kaufinteressenten flexibel um Gebote gebeten, was den Preis durch gesunde Konkurrenz oft um 5 bis 15 Prozent steigern kann.

    Warum schadet eine lange Vermarktungszeit dem finalen Verkaufspreis?

    Durch die hohe Transparenz im Internet sehen potenzielle Käufer genau, wie lange ein Objekt inseriert ist und wann Preise gesenkt wurden. Das brandmarkt die Immobilie als Ladenhüter und schwächt die Verhandlungsposition des Verkäufers enorm.

    Was versteht man unter digitalem Staging bei renovierten Objekten?

    Hierbei werden Fotos von sanierungsbedürftigen Immobilien am Computer virtuell modernisiert und möbliert dargestellt. Das verschafft potenziellen Käufern die nötige visuelle Fantasie, was sich aus den Räumen zukünftig machen lässt.

    Welche Vorteile hat das reine Innenprovisionsmodell für den Verkäufer?

    Da der Käufer keine Maklerprovision aus dem eigenen Kapital zahlen muss, bleibt ihm mehr Eigenkapital. Er bekommt dadurch bessere Kredite und legt das gesparte Geld häufig als höheres Gebot direkt auf den Kaufpreis der Immobilie obendrauf.

    Welche klassischen Verfahren nutzt ein Makler für eine präzise Bewertung?

    Verwendet werden das Sachwertverfahren (für den reinen Gebäudewert), das Ertragswertverfahren (bei vermieteten Objekten zur Renditeberechnung) und das Vergleichswertverfahren unter Einbeziehung realer Notardaten der Gutachterausschüsse.

    Warum sollte man beim Maklervertrag auf eine Laufzeit von nur zwei Monaten achten?

    Ein professioneller Makler benötigt in der Regel keine sechs oder zwölf Monate Bindung. Eine Befristung auf zwei Monate spornt ihn an, in den entscheidenden ersten Wochen Höchstleistungen abzurufen, und lässt dem Eigentümer alle Freiheiten.

    Wie lässt sich unnötiger Besichtigungstourismus im Vorfeld verhindern?

    Indem der Makler vorab konsequent eine unverbindliche Finanzierungsbestätigung der Bank oder einen entsprechenden Vermögensnachweis des Steuerberaters einfordert, bevor überhaupt ein Vor-Ort-Termin vergeben wird.

    Welche Rolle spielen weiche Faktoren beim Immobilienverkauf?

    Insbesondere beim Verkauf von emotional behafteten Elternhäusern ist es vielen Eigentümern ein großes persönliches Anliegen, dass ihre Immobilie an sympathische neue Eigentümer übergeben wird, die das Haus wertschätzen.

    Welcher Maklertyp eignet sich am besten für den Verkauf einer wohnwirtschaftlichen Immobilie?

    Ein inhabergeführtes, lokales Maklerunternehmen mit einem eingespielten Team ist meist die beste Wahl. Sie bieten im Vergleich zu One-Man-Shows ausreichend Ressourcen und sind im Gegensatz zu Franchise-Ketten tiefer im lokalen Markt verwurzelt.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.