
Wie liefert der P5-Kongress echtes Fachwissen für die Immobilienbranche? Dominik Benner teilt im Podcast exklusive Insights zum Event 2025.
Der P5-Kongress positioniert sich bewusst abseits etablierter Großveranstaltungen wie der Expo Real oder der MIPIM. Während herkömmliche Events oft auf schiere Masse und repräsentative Ausstellungsstände setzen, liegt der Kern der hessischen Veranstaltung auf kompromissloser Wissensvermittlung.
Dominik Benner betont, dass Branchenteilnehmer hier handfestes Fachwissen für ihren Berufsalltag mitnehmen sollen. Das Konzept hat sich bewährt, da das Event nun bereits in das dritte Jahr geht und sich rasch zum führenden Fachkongress der deutschen Immobilienlandschaft entwickelt hat.
„Wir machen wirklich einen Fachkongress, wo die Leute Knowledge, Wissen mit nach Hause nehmen und im Berufsalltag anwenden.“ — Dominik Benner
Die thematische Struktur von P5 stützt sich auf fünf essenzielle Säulen, die professionelle Marktteilnehmer direkt ansprechen:
Das beeindruckende Wachstum des Formats spiegelt den enormen Zuspruch innerhalb der Immobilienbranche wider. Startete die Initiative im Jahr 2023 noch mit rund 1.000 bis 1.500 Gästen, so kalkuliert das Organisationsteam für 2025 bereits mit mindestens 4.000 Teilnehmern.
Um diese Menschenmassen logistisch und atmosphärisch passend unterzubringen, zieht die Veranstaltung um. Das charmante, aber zu klein gewordene Cafeuropa in Frankfurt wird durch das FSV-Stadion ersetzt, welches Platz für bis zu 6.000 Personen bietet.
Die Stadiontore öffnen sich Mitte Juni, genauer gesagt am 12. und 13. Juni 2025. Das Team strebt eine kreative Gratwanderung aus professionellem Fachkongress und entspanntem Networking an, ohne dabei in ein reines Spaß-Festival abzudriften.
Neben der erstklassigen Kulinarik steht die inhaltliche Tiefe im Vordergrund. Renommierte Vordenker wie Hans-Werner Sinn oder Cradle-to-Cradle-Pionier Michael Braungart prägten bereits die Bühnen und lieferten kontroverse Diskussionen abseits des Mainstreams.
Hinter den Kulissen des Kongresses agiert Dominik Benner primär als Kopf eines breit aufgestellten Family Offices. Die unternehmerischen Wurzeln der Familie Benner liegen im traditionellen Schuhhandel, der vor beachtlichen 142 Jahren gegründet wurde.
Aus diesem klassischen Handelsgeschäft formte das Team über die Jahre ein florierendes E-Commerce-Plattform-Modell, die heutige Platform Group. Diese weitreichende Handelsexperienz prägt bis heute das wirtschaftliche Gespür für Marktveränderungen.
Das Family Office investiert heute bewusst breit gefächert in zukunftsstarke Assetklassen:
Lange Zeit galten Mehrfamilienhäuser (Residential) im Hause Benner als die ultimative, berechenbare Cashflow-Quelle. Diese Anlagephilosophie hat sich aufgrund der sich dramatisch verändernden Marktbedingungen in Deutschland grundlegend gewandelt.
Benner kritisiert scharf, dass der deutsche Wohnungsmarkt durch dichte regulatorische Vorgaben faktisch einer Planwirtschaft gleicht. Eigentümer sind in ihren Entscheidungen massiv eingeschränkt und sehen sich einer zunehmend feindseligen rechtlichen Struktur gegenüber.
„Wir sind eigentlich in der Planwirtschaft mittlerweile angekommen in Deutschland beim Thema Wohnen. Du darfst heute sozusagen nichts mehr frei entscheiden.“ — Dominik Benner
Die Herausforderungen für private Vermieter haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv verschärft:
Als direkte Reaktion auf das planwirtschaftliche Korsett des Wohnungssektors weicht das Family Office verstärkt auf Gewerbeimmobilien (Commercial) aus. Im gewerblichen Mietrecht sieht Benner noch die Reste einer echten, freien Marktwirtschaft in Deutschland.
Hier können Verträge noch individuell verhandelt und Gebäude exakt auf die Bedürfnisse der Mieter zugeschnitten werden. Dennoch analysiert das Team auch dieses Segment mit äußerster Vorsicht und meidet klassische Standard-Investitionen.
Besonders der Bürosektor wird von Dominik Benner kritisch bewertet, da der Homeoffice-Trend die Nachfrage nachhaltig dämpft. Fortlaufende Neubauaktivitäten führen dazu, dass Mieter moderne Premium-Flächen beziehen, während Altbestände über 20 Jahre nahezu unvermietbar werden.
Ähnlich düster ist die Prognose für den stationären Einzelhandel und große Shoppingcenter. Der fundamentale Strukturwandel hin zum E-Commerce entzieht den Top-Lagen die ökonomische Basis, was zu massiven Abschreibungen bei großen Immobilienfonds führen wird.
Ein wiederkehrendes Thema auf dem P5-Kongress ist die Erkenntnis, dass deutsche Projektentwickler oft am realen Bedarf der Menschen vorbeibauen. Die standardisierte Mischung aus klassischen Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen ignoriert die unterschiedlichen demografischen Ansprüche.
Ob Student, junge Homeoffice-Familie oder alleinstehende Senioren – die Wohnbedürfnisse könnten kaum unterschiedlicher sein. Dennoch entstehen weiterhin monotone Gebäudezeilen ohne funktionale Mehrwerte oder flexible Raumnutzungsmöglichkeiten.
„Wenn man wirklich sich wieder am Menschen mehr ausrichtet und nach dessen Bedarf baut, dann baut man anders.“ — Dominik Benner
Ein Blick über den Atlantik zeigt, wie innovative Wohnkonzepte in den USA bereits heute erfolgreich umgesetzt werden:
Die Hoffnung, dass die deutsche Politik den Wohnungsneubau durch Entbürokratisierung kurzfristig rettet, stuft Dominik Benner als minimal ein. Selbst wenn versprochene Deregulierungen an einer Stelle greifen, entstehen an anderer Stelle meist neue bürokratische Hürden.
Als Paradebeispiel dient der direkte Vergleich mit den Niederlanden. Dort gelingt der Neubau von Wohnungen dank praxisorientierterer Normen und weniger Vorschriften um etwa 30 bis 40 Prozent günstiger als hierzulande.
Zusätzlich belastet die aktuelle Entwicklung der Kapitalmärkte die Branchenstabilität immens. Der rapide Anstieg der Swap-Sätze von 2,2 auf bis zu 2,8 Prozent markiert eine der volatilsten Phasen seit den 1990er-Jahren.
Diese enorme finanzielle Unsicherheit zwingt Entwickler und Investoren gleichermaßen zur Zurückhaltung. Die kommende Bundesregierung steht vor der monumentalen Aufgabe, das Vertrauen der Investoren durch verlässliche steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen zurückzugewinnen.
Der P5-Kongress fokussiert sich als Fachevent rein auf die Wissensvermittlung und den Austausch unter echten Entscheidern, statt auf klassische Ausstellerstände und Massenpublikum.
Die fünf Ps repräsentieren die zentralen Säulen der Immobilienwirtschaft: Bau & Bestand, Finanzierung, Architektur, PropTech sowie ein starker Fokus auf Branchen-Profis.
Der Kongress findet am 12. und 13. Juni 2025 im FSV-Stadion in Frankfurt statt, das Platz für über 4.000 bis zu 6.000 Teilnehmer bietet.
Aufgrund übermäßiger staatlicher Eingriffe wie Mietpreisbremsen, CO2-Umlagen und einer hohen Flut an juristisch getriebenen Nebenkostenwidersprüchen sieht er den Wohnbereich als überreguliert an.
Das Family Office diversifiziert stark und setzt vermehrt auf Gewerbeimmobilien (Commercial), landwirtschaftliche Flächen, erneuerbare Energien und strategische Unternehmensbeteiligungen.
Durch den anhaltenden Homeoffice-Trend und fortlaufende Neubauten verlieren ältere Bürogebäude (älter als 20 Jahre) massiv an Attraktivität und weisen hohe Leerstände auf.
Der stationäre Einzelhandel leidet massiv unter dem boomenden Online-Handel, was laut Benner ganze High-Street-Lagen entwertet und Shoppingcenter zu umfassenden Umnutzungen zwingt.
US-Konzepte reduzieren die private Wohnfläche (z. B. auf 55 qm) und bieten stattdessen gemeinschaftlich nutzbare, professionell betriebene Services wie Co-Working-Spaces, Gyms oder Eventräume an.
Die hohen Baukosten sind überwiegend staatlich bedingt durch strenge Vorgaben und Vorschriften; im Vergleich dazu baut beispielsweise Holland rund 30 bis 40 Prozent günstiger.
Durch den sprunghaften Anstieg der Swap-Sätze von 2,2 auf bis zu 2,8 Prozent herrscht in der Immobilienbranche aktuell wieder eine ausgeprägte Unsicherheit über zukünftige Finanzierungen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.