
Erfahre, wie eine Mieterhöhung legal über den Vorgaben gelingt. Tomek Piotrowski teilt wertvolle Praxistipps aus 2.000 echten Mietergesprächen.
Das Statement, dass extrem niedrige Mieten unsozial beziehungsweise asozial seien, bedarf eines differenzierten Kontexts. In sehr vielen Wohnungsbeständen quer durch Deutschland wurden die Mieten über Jahre hinweg überhaupt nicht angepasst. Was vordergründig mieterfreundlich wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als gravierendes Problem, da den Immobilien dringend benötigtes Kapital entzogen wird.
Eine Immobilie muss wirtschaftlich wie ein kleines Unternehmen funktionieren, um langfristig überleben und einen gesunden Standard bieten zu können. Handwerkerleistungen, Sanierungskosten und Verwaltungskosten steigen kontinuierlich an. Werden die Mieten künstlich extrem niedrig gehalten, verfällt die Bausubstanz im Laufe der Generationen, was am Ende sowohl dem Eigentümer als auch dem Mieter massiv schadet.
„In extrem vielen Beständen in Deutschland sind die Mieten unterentwickelt. Und im Vorgespräch hast du es ja selber mal gesagt: niedrige Mieten sind asozial.“ — Tomek Piotrowski
Der Gesetzgeber hält für Vermieter in Deutschland grundsätzlich verschiedene Mechanismen für die Anpassung von Mieten im laufenden Mietverhältnis bereit. Diese Optionen können je nach Ausgangslage und vertraglicher Gestaltung genutzt werden:
Das klassische Vorurteil, dass Mieterhöhungen immer zu einem erbitterten Konflikt mit Rechtsanwälten oder dem Mieterschutzbund führen müssen, wird durch die Praxis von über 2.000 geführten Mietergesprächen eindrucksvoll widerlegt. Mit einer Abschlussquote von über 80 Prozent zeigt sich, dass der Schlüssel im empathischen Beziehungsaufbau liegt. Bei einem typischen Vor-Ort-Termin, der rund anderthalb Stunden dauert, wird fast die gesamte Zeit für das Kennenlernen und Zuhören genutzt.
Erst in den allerletzten zehn Minuten des Treffens wird überhaupt über die Finanzen gesprochen. In vielen Fällen sind Vermieter oder deren Vertreter seit Jahrzehnten die ersten Personen, die sich persönlich auf das Sofa des Mieters setzen und sich dessen Sorgen, Wünsche und Mängelanzeigen aufmerksam anhören. Wenn der Mieter merkt, dass er als Mensch respektiert wird, löst sich die anfängliche Konfrontationshaltung fast immer in Wohlgefallen auf.
Ein wesentlicher Hebel für signifikante und zugleich sozial verträgliche Mietsteigerungen liegt in der gezielten Auswertung der sogenannten KDU-Tabellen. Die Kosten der Unterkunft (KDU) werden von den Kommunen oder Jobcentern festgelegt und definieren die Obergrenzen für Mieten, die vom Staat für Leistungsempfänger übernommen werden.
Das entscheidende Geheimnis dieser KDU-Tabellen ist, dass sie in vielen Regionen nicht auf dem Quadratmeterpreis basieren, sondern als Pauschalen pro Kopf berechnet werden. In schwächeren C- und D-Lagen, in denen die herkömmliche Marktmiete beispielsweise nur bei rund 6 Euro pro Quadratmeter liegt, kann die KDU-Vorgabe für eine mehrköpfige Familie theoretisch bis zu 16 Euro pro Quadratmeter abdecken. Für die betroffenen Mieter entsteht dadurch absolut kein finanzieller Nachteil, da die Kosten vollständig vom Amt getragen und auf Wunsch direkt an den Vermieter überwiesen werden.
Um den Mietern im Rahmen einer einvernehmlichen Erhöhung entgegenzukommen, arbeitet Tomek Piotrowski mit einer klaren betriebswirtschaftlichen Formel für Gegenleistungen. Dieses Budget gibt dem Vermieter den finanziellen Rahmen vor, in dem er dem Mieter kleine Geschenke oder Modernisierungen zusichern kann:
„Als Budget für Sanierungsmaßnahmen und Renovierungsmaßnahmen setze ich immer die fünffache Jahresnetto-Kaltmietensteigerung an.“ — Tomek Piotrowski
Steigt die Miete beispielsweise um 100 Euro im Monat (also 1.200 Euro im Jahr), liegt das Budget für Sanierungsmaßnahmen bei großzügigen 6.000 Euro. In der realen Praxis wird dieses Budget jedoch extrem selten voll ausgeschöpft. Über die Hälfte aller Mieter wünscht sich überhaupt keine aufwendigen Bauarbeiten oder neue Bäder in ihrer Wohnung, da sie den damit verbundenen Lärm, Schmutz und Stress meiden wollen. Häufig reichen bereits kleine Zugeständnisse wie das Nachstellen von Fenstern, das Überkleben alter Fliesen im Bad, neue Silikonfugen, die Erlaubnis zur Haustierhaltung oder schlicht die Übernahme geringer Materialkosten für eine Gartenverschönerung völlig aus.
Die einvernehmliche Mieterhöhung wird von Experten auch als die Königsklasse der Bestandsentwicklung bezeichnet, da sie dem Vermieter enorme rechtliche Vorteile sichert. Mietspiegel in deutschen Großstädten wie Berlin, München oder Köln sind politisch stark beeinflusst und spiegeln die tatsächliche Marktrealität kaum wider. Eine einseitige Mieterhöhung stößt hier schnell an rechtliche Grenzen.
„Die einvernehmliche Mieterhöhung schafft eine neue, gesetzlich sauber geregelte Grundlage. Wenn die 14 Tage um sind, kannst du nicht mehr abgemahnt werden.“ — Tomek Piotrowski
Mitterweile blickt Tomek Piotrowski auf einen dreistelligen Immobilienbestand sowie großvolumige Co-Investments im Aufteilergeschäft zurück. Doch dieser Erfolg basierte auf einem harten Rückschlag. Vor seinem Einstieg in die Immobilienbranche gründete er eine Frozen-Yoghurt-Kette, die jedoch in die Insolvenz rutschte. Diese Erfahrung schärfte sein Mindset und weckte den Wunsch nach stabilen, saisonunabhängigen Mieteinnahmen.
Aufgrund der fehlenden eigenen Bonität nach der Insolvenz startete er im Jahr 2020 im Akquise-Team der Emocation-Gründer Marco Lücke und Stefan Loibl. Durch die akribische Vorselektion von Immobilien lernte er das Handwerk von der Pike auf. Er erkannte, dass man kein großes Eigenkapital benötigt, um zu starten, sondern vor allem die Fähigkeit, einen guten Deal von einem schlechten zu unterscheiden. Zusammen mit finanzstarken Co-Investoren konnte er schließlich großvolumige Bestände aufbauen und erfolgreich in das institutionelle Aufteilergeschäft mit Volumina zwischen 3 und 12 Millionen Euro einsteigen.
Um einen stetigen Fluss an erstklassigen Immobilienangeboten zu generieren, setzen moderne Bestandshalter intensiv auf den Aufbau einer starken Personenmarke. Durch die hohe Präsenz auf Events sowie in Social-Media-Kanälen etablierte sich ein hochgradig funktionierender Lead-Funnel, über den Makler und Verkäufer gezielt lukrative Objekte herantragen. Die Kombination aus Fachbuch und eigenem Podcast bildete hierbei den entscheidenden Marketing-Beschleuniger:
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Es handelt sich um eine freiwillige, zweiseitige Vereinbarung zwischen Mieter und Vermieter über neue Mietkonditionen. Sie hebelt die starren gesetzlichen Vorgaben des Mietspiegels rechtssicher aus.
Weil unterentwickelte Mieten die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit einer Immobilie gefährden. Ohne marktübliche Einnahmen fehlen dem Vermieter die Mittel, notwendige Sanierungen durchzuführen, was letztlich zulasten der Mieter geht.
Die Erfolgsquote für einvernehmliche Vereinbarungen liegt bei über 80 Prozent. Tomek Piotrowski hat diese Methode in über 2.000 persönlichen Gesprächen perfektioniert.
Ein Termin dauert meist 90 Minuten, wobei 80 Minuten dem empathischen Zuhören und dem Verstehen der Mietersituation dienen. Erst in den letzten zehn Minuten wird konkret über die neue Miete gesprochen.
Die KDU-Liste (Kosten der Unterkunft) regelt die Mietobergrenzen für Leistungsempfänger der Jobcenter. Da sie oft pro Kopf statt pro Quadratmeter berechnet wird, ermöglicht sie in einfachen Lagen erhebliche, staatlich finanzierte Mietsteigerungen.
Als Richtwert gilt die fünffache Jahresnettokaltmietensteigerung. Wenn die Miete um 1.200 Euro im Jahr steigt, steht ein Budget von bis zu 6.000 Euro für Modernisierungswünsche des Mieters bereit.
Weil sie auf einer freiwilligen Individualvereinbarung basiert. Nach Ablauf einer 14-tägigen Frist ist die getroffene Absprache rechtlich bindend und von Portalen oder Mieterschutzbünden nicht mehr abmahnbar.
Wenn der Mieter nach der Vereinbarung mindestens 12 Monate in der Wohnung bleibt, gilt diese neue Miete bei einem Auszug als legale Vormiete. Dies schützt auch den Nachmietvertrag vor Mietpreisbremse-Abmahnungen.
Er sucht gezielt nach Mehrfamilienhäusern und Aufteilerprojekten für Co-Investments im Volumenbereich zwischen 3 und 12 Millionen Euro.
Sie bewerben sich gegenseitig. Die Interviews für das Buch wurden gefilmt und als Podcast-Episoden veröffentlicht, was die Reichweite maximierte und die eigene Personenmarke für Makler hochgradig sichtbar machte.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.