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    Real Estate Lounge · 3. August 2026

    Unternehmensberatung: Dr. Benner zur Immobilienkrise

    3. August 2026 6 Min. 5 Min. Lesezeit
    EXKLUSIV: Dr. Dominik Benner über wahre Werte und den Wendepunkt der Immobilienbranche

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der P5-Kongress setzt auf kontroverse Diskussionen abseits des Mainstreams statt auf klassische Unternehmenspräsentationen.
    • Das Jahr 2024 markiert den Wendepunkt (Turning Point) der Immobilienkrise, da sich die Zinsen einpendeln und der Markt den Boden erreicht hat.
    • Hervorragende und krisenfeste Unternehmen sowie innovative PropTechs entstehen und wachsen meistens in wirtschaftlich schwierigen Phasen.
    • Kleine staatliche Förderungen verfehlen ihre Wirkung; der effektivste Hebel zur Belebung des Wohnungsbaus bleibt die Zinspolitik.
    • Ohne private Investoren gibt es keinen Wohnungsneubau, was langfristig zu massiven sozialen Spannungen in Deutschland führt.
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    Dr. Dominik Benner erklärt, wie Unternehmensberatung der Immobilienbranche hilft, die Krise zu meistern. Erhalte wertvolle Insights für dein Business!

    Der P5-Kongress: Diskurs abseits des Mainstreams

    Der P5-Kongress wurde ins Leben gerufen, um die Akteure der Immobilienwelt auf eine völlig neue Art und Weise zusammenzubringen. Gründer Dr. Dominik Benner plante von Anfang an ein Event, das sich stark von den üblichen, oft sterilen und werblich geprägten Branchenveranstaltungen abhebt. Die Ursprünge der Idee liegen im Immobilienmagazin The Property, welches Benner ursprünglich als hochwertiges Nischenprodukt für größere Immobilieninvestoren gegründet hatte. Da er eine persönliche Leidenschaft für das Schreiben hegt und dieses Projekt als ambitioniertes Hobby betreibt, war der Kongress die logische Live-Weiterentwicklung dieser Medienplattform.

    Hier wird bewusst auf klassische Frontalvorträge und starre Standardpräsentationen von Konzernvertretern verzichtet. Stattdessen setzt das Veranstaltungskonzept gezielt auf Konfrontation, unbequeme Fragen und echte Diskussionen auf Augenhöhe. Ob es um brennende Themen wie Nachhaltigkeitsvorgaben (ESG), alternative Finanzierungsstrukturen, stagnierenden Neubau oder veränderte Marktlagen geht – der Anspruch ist es, Tacheles zu reden. Teilnehmer sollen fundierte, praxisrelevante Insights mit nach Hause nehmen, die sie unmittelbar in ihren eigenen Unternehmen umsetzen können.

    Die Neuausrichtung in Zeiten der Krise

    Während das Event im Premierenjahr 2023 noch unter dem zukunftsgerichteten Leitmotiv „Beyond Crisis“ stand, um den Blick demonstrativ nach vorne zu richten, steht der aktuelle Kongress ganz im Zeichen einer existenziellen Fragestellung: Was sind wahre Werte? In einer Zeit, in der fast alle Marktsegmente eine historische Abkühlung erfahren haben, müssen Investoren und Projektentwickler ihre Strategien komplett neu überdenken. Es geht um die Identifikation jener Sachwerte, die auch tiefgreifenden makroökonomischen Verwerfungen dauerhaft standhalten können.

    Auf dem Kongress treffen unterschiedlichste Akteure wie Bauträger, Projektierer, langfristig orientierte Bestandshalter und finanzstarke Family Offices aufeinander. Das Spannende an dieser Zusammenkunft ist die Beobachtung, dass trotz der anhaltenden Branchenirritationen bereits wieder spürbarer Optimismus einkehrt. Viele Marktteilnehmer haben die Schockstarre überwunden und fangen an, gezielt nach neuen Rendite-Chancen zu suchen, die sich aus der aktuellen Marktlage ergeben.

    „Der P5-Kongress ist die logische Weiterentwicklung: eine Plattform, auf der man nicht nur Präsentationen hört, sondern echte Diskussionen führt.“ — Dr. Dominik Benner

    Der Turning Point 2024 ist erreicht

    Die Bewältigung einer schweren Krise in der Immobilienwirtschaft folgt einer fast schon gesetzmäßigen zyklischen Welle. Diese Welle beginnt unweigerlich mit dem Moment, in dem die finanzierenden Institute die Reißleine ziehen und die Kreditvergabe abrupt einfrieren. Als direkte Konsequenz geraten Bauträger und Projektentwickler unter massiven Liquiditätsdruck und müssen in großer Zahl Insolvenz anmelden. Im nächsten Schritt erfasst die Bereinigungswelle die nachgelagerten Bauunternehmen, die mit wegbrechenden Aufträgen kämpfen müssen.

    Erst wenn dieser Konsolidierungsprozess der Baufirmen vollständig abgeschlossen ist und sich das Transaktionsvolumen stabilisiert, wird ein tragfähiger Marktboden erreicht. Dr. Dominik Benner ist fest davon überzeugt, dass genau dieses Szenario für das Jahr 2024 zutrifft:

    „Ich denke, dass wir jetzt diesen Turning Point gesehen haben, der Boden ist da und es von da an wieder hoch geht.“ — Dr. Dominik Benner

    • Stabilisierung der Bauzinsen: Die Kreditkonditionen haben sich nach einer wilden Berg- und Talfahrt bei soliden 3,0 bis 4,5 Prozent eingependelt.
    • Marktbereinigung abgeschlossen: Bauträger ohne ausreichendes Eigenkapital wurden ausgesondert, während die substanzstarken Akteure überlebt haben.
    • Rückkehr der Käufer: Bestandshalter nutzen das neu gewonnene Vertrauen in die Preisstabilität und steigen wieder aktiv in den Ankauf ein.

    Warum Krisen die besten Unternehmen hervorbringen

    Die Wirtschaftsgeschichte lehrt uns, dass wirtschaftliche Abschwungsphasen stets die Geburtsstunde für die resilientesten und innovativsten Unternehmen sind. Als prominente Beispiele nennt Benner weltbekannte Plattformen wie Amazon oder Booking.com, deren Aufstieg und fundamentales Geschäftsmodell in Krisenjahren geschmiedet wurden. In Zeiten des Mangels und des erhöhten Effizienzdrucks sind Unternehmen gezwungen, maximal agil zu handeln und echte Probleme zu lösen.

    Diese Entwicklung lässt sich auch in der aktuellen deutschen PropTech-Landschaft beobachten. Junge Technologieunternehmen, die smarte Lösungen für dringende Herausforderungen wie Energieeffizienz, Nebenkostenoptimierung und Dekarbonisierung anbieten, verzeichnen derzeit ein enormes Wachstum. Sie skalieren in einem Markt, in dem Bestandshalter unter extremem Einspardruck stehen und gezwungen sind, ihre Bewirtschaftungskosten drastisch zu senken.

    Deutschlands politisches Dilemma im Wohnungsbau

    Im krassen Gegensatz zum unternehmerischen Tatendrang auf dem Kongress steht Benners ernüchternde Analyse der gesamtdeutschen Lage. Die aktuelle Politik der Bundesregierung scheitert im Bereich des Wohnungsbaus auf ganzer Linie. Trotz pompöser politischer Ankündigungen und Zielmarken blockieren überbordende Regulatorik und bürokratische Hürden jegliche private Initiative. Das Fehlen von verlässlichen und wirtschaftlich attraktiven Rahmenbedingungen führt dazu, dass dringend benötigtes Kapital den deutschen Markt verlässt.

    Das politische Dogma, das Investoren oft pauschal als rein spekulativ verteufelt, birgt erheblichen sozialen Sprengstoff, wie Benner unter Berufung auf ein bekanntes Zitat verdeutlicht:

    „Wer sagt, Investoren sind immer schlecht, der hat die Wirtschaft nicht verstanden.“ — Dr. Dominik Benner

    • Investitionsstopp der Wirtschaft: Ohne private Investorengelder ist der dringend benötigte Wohnungsneubau in Deutschland schlicht nicht finanzierbar.
    • Soziale Verwerfungen: Bleibt der Neubau weiterhin aus, wird sich die Wohnungsknappheit verschärfen und zu massiven sozialen Spannungen führen.
    • Fehlende Signale: Die Politik versäumt es beharrlich, die notwendigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um privates Kapital anzuziehen.

    Der Zinshebel: Lektionen aus Polen für den deutschen Markt

    Der Versuch der Bundesregierung, der drohenden Baukrise mit kosmetischen Eingriffen wie minimal verbesserten Abschreibungsregeln (AfA) oder kleinen, eng begrenzten Förderprogrammen entgegenzuwirken, ist laut Benner krachend gescheitert. Diese Maßnahmen haben in der Praxis keinerlei spürbare Effekte gezeigt. Um einen echten, durchschlagenden Impuls im Markt auszulösen, muss die Politik an der einzig entscheidenden Stellschraube drehen.

    „Der größte Hebel in der Immobilienwirtschaft ist immer der Zins.“ — Dr. Dominik Benner

    Ein Blick auf europäische Nachbarn zeigt, dass effektive Krisenbewältigung anders funktioniert. In Polen wurde für Bürger und Unternehmen ein staatlich garantiertes Sonderzinsprogramm ins Leben gerufen, welches die Bauaktivität umgehend belebte. Würde Deutschland diesem Vorbild folgen und über die staatliche KfW-Bank Darlehen für Neubau und Kauf zu einem künstlich verbilligten Sonderzins von beispielsweise 2 Prozent statt der marktüblichen 4 Prozent anbieten, würde die Baukonjunktur im ganzen Land innerhalb kürzester Zeit anspringen. Auch wenn Benner bezweifelt, dass die aktuelle Regierung den Mut zu einer solch pragmatischen Lösung aufbringt, bleibt dies der einzig realistische Hebel für eine schnelle Erholung.

    Passend dazu: Zukunft der Immobilienbranche: Susanne Eickermann-Riepe

    Häufige Fragen

    Was ist der P5-Kongress?

    Der P5-Kongress ist ein von Dr. Dominik Benner gegründetes Branchenevent für die Immobilienwirtschaft. Er zielt darauf ab, abseits des Mainstreams kontroverse Themen wie ESG, Finanzierung und Neubau offen zu diskutieren.

    Aus welchem Vorprojekt entstand der P5-Kongress?

    Der Kongress entspringt dem Magazin „The Property“, das Dr. Dominik Benner ursprünglich als anspruchsvolles Hobby-Projekt für größere Immobilieninvestoren ins Leben gerufen hatte.

    Welches Motto hatte der Kongress im Jahr 2023?

    Im Jahr 2023 stand der P5-Kongress unter dem zukunftsgerichteten Motto „Beyond Crisis“, um bereits damals den Blick nach vorne zu richten.

    Was ist das Leitthema des diesjährigen P5-Kongresses?

    Das diesjährige Thema lautet „Wahre Werte“, womit die Frage untersucht wird, welche Vermögenswerte die Krise am besten überstehen und wo jetzt investiert werden sollte.

    Warum ist das Jahr 2024 laut Dominik Benner ein Turning Point?

    Die Zinsen haben sich stabilisiert, ungesunde Bauträger sind bereinigt und solvente Bestandshalter fangen wieder an zu kaufen, weshalb der Marktboden erreicht ist.

    Welche typische Welle beschreibt die Krisenbewältigung im Immobiliensektor?

    Die Krise beginnt mit dem Finanzierungsstopp der Banken, gefolgt von Insolvenzen der Bauträger und nachgelagerten Bereinigungen der Baufirmen, bis sich die Transaktionszahlen wieder stabilisieren.

    Welche Unternehmen profitieren trotz der Krise besonders stark?

    Vor allem innovative PropTech-Unternehmen, die effiziente Lösungen für drängende Themen wie Gebäudeenergie und Nebenkostenverwaltung anbieten, skalieren aktuell sehr stark.

    Welche Kritik äußert Dominik Benner an der deutschen Wohnungspolitik?

    Er kritisiert die hohe bürokratische Regulatorik und das Ausbleiben echter Impulse für den Wohnungsneubau, wodurch dringend benötigte private Investoren abgeschreckt werden.

    Warum sind private Investoren für den Wohnungsmarkt unverzichtbar?

    Ohne privates Kapital kann kein Wohnungsneubau stattfinden. Bleibt dieser aus, führt der Mangel an Wohnraum unweigerlich zu schweren sozialen Spannungen.

    Wie sieht der von Benner vorgeschlagene Hebel zur Rettung der Baubranche aus?

    Benner schlägt staatlich subventionierte KfW-Sonderzinssätze von beispielsweise 2 Prozent für Bau- und Kaufwillige vor, ähnlich wie es in Polen erfolgreich umgesetzt wurde.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.