Alle Real Estate Lounge Episoden
    Real Estate Lounge · 3. August 2026

    Unternehmensberatung: Prof. Dr. Tobias Just im Interview

    3. August 2026 3 Min. 5 Min. Lesezeit
    EXKLUSIV: Prof. Dr. Tobias Just – Jetzt ist Zeit zu handeln

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Trotz anhaltender Herausforderungen wie geringer Baufertigstellungen zeigen erste positive Signale im Wohnungsbau ein baldiges Ende des Abwärtstrends.
    • Die Preisanpassungen bei Grundstücken sind zum Großteil abgeschlossen, was die Kalkulationssicherheit für neue Projekte erhöht.
    • Es ist jetzt die entscheidende Phase, um innovative Konzepte für die Umnutzung von Bürobauten und attraktivere Innenstädte zu entwickeln.
    • Erfolgreiche Marktaktivität erfordert Mut und unternehmerisches Denken auf der Eigenkapital-, Entwickler- und Bankenseite gleichermaßen.
    • Die steigende Anzahl an Finanzierungsabschlüssen und Online-Suchanfragen signalisiert ein wachsendes Marktinteresse.
    SpotifyApple Podcasts

    Unternehmensberatung für Immobilien: Prof. Dr. Tobias Just analysiert die Krise und zeigt, wie Sie jetzt mit neuen Konzepten handeln können.

    Der P5 Kongress als Stimmungsbarometer der Immobilienwirtschaft

    Die Stimmung auf dem renommierten P5 Kongress zeichnete sich durch eine spürbare, fast greifbare Dynamik aus. Prof. Dr. Tobias Just, der wissenschaftliche Leiter der IREBS Immobilienakademie, zeigt sich direkt im Gespräch sichtlich angetan von der positiven Energie vor Ort. Er betont, dass der Kongress nicht nur als reine Netzwerkveranstaltung dient, sondern in einer Phase der Verunsicherung ein elementarer Ankerpunkt für die gesamte Branche ist.

    Besonders nachhaltig beeindruckt zeigte sich Just von den Beiträgen anderer Vordenker der Branche, wie beispielsweise dem bekannten Befürworter der Kreislaufwirtschaft Michael Braungart. Solche hochinspirierenden Vorträge sind exakt das, was die Branche in Zeiten des Umbruchs dringend benötigt, um neue Denkansätze zu etablieren.

    • Netzwerk-Potenzial: Der intensive Austausch mit Branchenkollegen auf Augenhöhe hilft dabei, kollektive Lösungen für die aktuelle Krise zu erarbeiten.
    • Inspirierende Impulse: Die Beiträge auf dem Kongress zeigen, dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen Platz für Visionen und neue Denkrichtungen ist.
    • Wichtige Branchenwirkung: Ein optimistisches Auftreten der Marktteilnehmer trägt maßgeblich dazu bei, das Vertrauen in die Stabilität des Sektors wiederherzustellen.

    Ein differenzierter Blick auf die aktuelle Immobilienkrise

    Trotz der spürbar besseren Stimmung auf Branchenevents darf der Blick auf die harten Fakten keinesfalls verklärt werden. Prof. Dr. Just macht im Real Estate Lounge Interview deutlich, dass die Immobilienwirtschaft nach wie vor vor gewaltigen Herausforderungen steht und die Krise in vielen Bereichen noch nicht vollends verarbeitet ist. Die anstehenden Preisanpassungen bei Bestandsimmobilien sind beispielsweise noch in vollem Gange und belasten Bilanzen sowie neue Transaktionsabsichten.

    Hinzukommen massive strukturelle Probleme, die den Druck auf den Markt erhöhen. Vor allem der drastische Einbruch bei den Baufertigstellungen im Wohnungsbau bereitet Experten große Sorgen, da die Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsräumen ungebrochen hoch bleibt. Zudem erzwingen veränderte Arbeitsweisen wie Homeoffice und die andauernde Krise im stationären Einzelhandel eine grundlegende Transformation gewerblicher Objekte.

    • Schleppender Wohnungsbau: Viel zu geringe Fertigstellungszahlen verschärfen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in deutschen Großstädten dramatisch.
    • Transformation im Gewerbe: Der Trend zum mobilen Arbeiten entzieht alten Bürostrukturen die Existenzberechtigung und erfordert radikales Umdenken.
    • Stadtentwicklung im Dornröschenschlaf: Die notwendige Erneuerung und der teilweise Rückbau von städtischen Quartieren haben gerade erst begonnen.

    Die ersten zarten Lichtblicke am Horizont

    Umso wichtiger ist es, die positiven Signale, die sich allmählich am Markt bemerkbar machen, richtig zu deuten und zu nutzen. Prof. Dr. Just warnt davor, in kollektivem Pessimismus zu verharren, denn erste ökonomische Indikatoren deuten zweifelsfrei auf eine spürbare Bodenbildung hin.

    „Trotz aller Molltöne gibt es wieder Grund, an Dur zu denken – es gibt Licht am Ende des Tunnels.“ — Prof. Dr. Tobias Just

    Diese neue Zuversicht speist sich aus konkreten Datenpunkten und Marktbeobachtungen, die auf eine langsame Stabilisierung hindeuten. Besonders die Nachfrage nach Finanzierungen für den dringend benötigten Wohnungsbau zieht im Vergleich zu den Vormonaten wieder spürbar an, was auf eine Rückkehr des Transaktionsmarktes hindeutet.

    • Stabilisierung der Finanzierung: Es werden wieder vermehrt konkrete Finanzierungsanfragen für Wohnprojekte gestellt und erfolgreich abgeschlossen.
    • Steigendes Suchvolumen: Das digitale Suchverhalten nach Immobilienthemen nimmt wieder an Fahrt auf, ein verlässlicher Vorlaufindikator für Marktaktivität.
    • Bodenbildung der Grundstückspreise: Bei Grundstücken ist der schmerzhafte Korrekturprozess der Preise zu einem wesentlichen Teil abgeschlossen.

    Warum jetzt die Zeit für neue Konzepte und Umnutzungen ist

    Auch wenn die Bautätigkeit nach wie vor auf einem historisch niedrigen Niveau verharrt, eröffnet die aktuelle Marktphase ein einzigartiges Zeitfenster. Es ist die Zeit des strategischen Vordenkens und Konzipierens gekommen, um flexibel auf die veränderten Bedürfnisse von Mietern und Nutzern zu reagieren. Die Neugestaltung unserer Innenstädte verlangt nach kreativen, unkonventionellen Lösungen abseits starrer Schablonen.

    Besonders der Leerstand in Büroimmobilien bietet hierbei ein enormes Potenzial, das von mutigen Marktteilnehmern gehoben werden kann. Die Innenstädte müssen wieder zu echten Lebensräumen werden, in denen Arbeit, Wohnen, Konsum und Freizeit fließend ineinander übergehen.

    • Kreative Büroumnutzungen: Ungenutzte Gewerbeflächen müssen durch intelligente Umpolung in dringend benötigten Wohnraum überführt werden.
    • Revitalisierung der Innenstädte: Die Attraktivität urbaner Zentren muss durch abwechslungsreiche Nutzungskonzepte grundlegend gesteigert werden.
    • Wandel statt Stillstand: Um den modernen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es einer deutlichen Erhöhung des Wohnanteils in Innenstädten.

    Warum die Banken und Investoren Mut beweisen müssen

    Die anstehenden Transformationsaufgaben lassen sich jedoch nicht allein durch Theorie lösen. Prof. Dr. Just appelliert an alle Marktteilnehmer, wieder mehr unternehmerischen Mut an den Tag zu legen. Dieser Mut wird auf sämtlichen Ebenen der Wertschöpfungskette benötigt – angefangen bei den Investoren über die Projektentwickler bis hin zu den finanzierenden Banken.

    „Wir brauchen Unternehmer und deswegen auch den Mut – auf der Eigenkapital-, Projektentwickler- und Bankenseite.“ — Prof. Dr. Tobias Just

    Ohne ein koordiniertes Zusammenspiel dieser drei Säulen droht die Gefahr, dass zukunftsweisende Projekte bereits in der Planungsphase am fehlenden Kapital scheitern. Nur wer jetzt Risiken klug abwägt und entschlossen handelt, wird langfristig zu den Gewinnern des neuen Marktzyklus gehören.

    • Verantwortung der Banken: Die Kreditinstitute müssen wieder offen für innovative Finanzierungslösungen sein, statt sich hinter starren Risikomodellen zu verstecken.
    • Kreativität der Entwickler: Entwickler dürfen nicht auf alte Rezepte vertrauen, sondern müssen passgenaue Visionen für die veränderte Nachfrage entwerfen.
    • Verfügbarkeit von Eigenkapital: Investoren müssen die günstige Einstiegsphase nutzen, um jetzt strategisches Kapital für künftige Generationen von Immobilien im Markt zu platzieren.

    Fazit für Projektentwickler: Strategisch planen statt abwarten

    Es war schon immer eine goldene Regel der Immobilienwirtschaft: Antizyklisches Handeln erfordert Mut, belohnt die Akteure jedoch meist mit überdurchschnittlichen Erfolgen. Prof. Dr. Just macht im Gespräch aber auch unmissverständlich klar, dass die aktuelle Marktphase keinesfalls mit blindem Aktionismus verwechselt werden darf. Vielmehr geht es darum, die aktuelle Ruhe vor dem nächsten Aufschwung für tiefgründige Marktanalysen und Konzeptentwicklungen zu nutzen.

    „Wenn alle wissen, dass es einfach ist, Geld zu verdienen, dann ist man meistens falsch.“ — Prof. Dr. Tobias Just

    Der kluge Akteur nutzt die Gunst der Stunde, um den Grundstein für die Erfolge von morgen zu legen. Diejenigen, die sich heute den drängenden Fragen der Digitalisierung, der Nachhaltigkeit und der urbanen Umnutzung stellen, werden die Marktführer des nächsten Zyklus sein.

    • Kein blinder Aktionismus: Jede Investition und jedes Entwicklungsvorhaben muss in der jetzigen Marktphase messerscharf kalkuliert und strategisch abgesichert sein.
    • Fokus auf Konzeption: Die aktuelle Ruhepause der Märkte ist der ideale Moment, um exzellente Planungsgrundlagen und innovative Nutzungsideen zu erarbeiten.
    • Antizyklische Chancen: Wer sich jetzt optimal positioniert, profitiert als Erster von der unweigerlich einsetzenden Erholung im gesamten Immobiliensektor.

    Passend dazu: P5-Kongress 2025: Dominik Benner im Podcast · Immobilienkrise 2024: Dominik Benner über den Turning Point

    Häufige Fragen

    Wer ist Prof. Dr. Tobias Just?

    Prof. Dr. Tobias Just ist der wissenschaftliche Leiter der IREBS Immobilienakademie und trat als Experte auf dem P5 Kongress auf.

    Wie bewertet Tobias Just die Stimmung auf dem P5 Kongress?

    Er bewertet die Stimmung sehr positiv und hebt besonders die inspirierenden Impulse von anderen Speakern wie Michael Braungart hervor.

    Gibt es bereits Anlass zu Optimismus auf dem Immobilienmarkt?

    Ja, laut Just gibt es erste positive Signale wie anziehende Finanzierungsanfragen im Wohnungsbau und eine steigende Websuche nach Immobilienthemen.

    Welche Probleme bestehen aktuell noch auf dem Immobilienmarkt?

    Herausforderungen sind unvollständige Preisanpassungen, zu geringe Baufertigstellungen im Wohnungsbau sowie die Transformation von Büros und Einzelhandelsflächen.

    Ist der Preisanpassungsprozess bei Grundstücken abgeschlossen?

    Ja, laut Prof. Dr. Just ist die Preisanpassung gerade bei Grundstücken zum Großteil bereits abgeschlossen.

    Warum ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Nachdenken und Planen?

    Weil erste Stabilisierungstendenzen sichtbar sind und jetzt Konzepte für die anstehende Transformation entwickelt werden müssen, ehe der Markt wieder boomt.

    Welche Rolle spielen Banken in der aktuellen Marktphase?

    Banken müssen wie Eigenkapitalgeber und Entwickler unternehmerischen Mut beweisen und wieder bereit sein, Finanzierungen aktiv zu begleiten.

    Wie müssen sich deutsche Innenstädte verändern?

    Innenstädte müssen attraktiver gestaltet, teilweise zurückgedreht und durch eine stärkere Integration von Wohnraum revitalisiert werden.

    Warum reicht es nicht, einfach auf Standardlösungen zu setzen?

    Die Transformation erfordert laut Just komplexe, individuelle Konzepte, insbesondere bei der Umnutzung von Büroräumen, für die es keine einfachen Pauschallösungen gibt.

    Was meint Prof. Dr. Just mit dem Satz 'an Dur zu denken'?

    Er nutzt die musikalische Metapher, um auszudrücken, dass trotz der krisenhaften 'Molltöne' der letzten Monate nun wieder positivere Zeiten ('Dur') anbrechen.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.