
Unternehmensberatung für Immobilien: Prof. Dr. Tobias Just analysiert die Krise und zeigt, wie Sie jetzt mit neuen Konzepten handeln können.
Die Stimmung auf dem renommierten P5 Kongress zeichnete sich durch eine spürbare, fast greifbare Dynamik aus. Prof. Dr. Tobias Just, der wissenschaftliche Leiter der IREBS Immobilienakademie, zeigt sich direkt im Gespräch sichtlich angetan von der positiven Energie vor Ort. Er betont, dass der Kongress nicht nur als reine Netzwerkveranstaltung dient, sondern in einer Phase der Verunsicherung ein elementarer Ankerpunkt für die gesamte Branche ist.
Besonders nachhaltig beeindruckt zeigte sich Just von den Beiträgen anderer Vordenker der Branche, wie beispielsweise dem bekannten Befürworter der Kreislaufwirtschaft Michael Braungart. Solche hochinspirierenden Vorträge sind exakt das, was die Branche in Zeiten des Umbruchs dringend benötigt, um neue Denkansätze zu etablieren.
Trotz der spürbar besseren Stimmung auf Branchenevents darf der Blick auf die harten Fakten keinesfalls verklärt werden. Prof. Dr. Just macht im Real Estate Lounge Interview deutlich, dass die Immobilienwirtschaft nach wie vor vor gewaltigen Herausforderungen steht und die Krise in vielen Bereichen noch nicht vollends verarbeitet ist. Die anstehenden Preisanpassungen bei Bestandsimmobilien sind beispielsweise noch in vollem Gange und belasten Bilanzen sowie neue Transaktionsabsichten.
Hinzukommen massive strukturelle Probleme, die den Druck auf den Markt erhöhen. Vor allem der drastische Einbruch bei den Baufertigstellungen im Wohnungsbau bereitet Experten große Sorgen, da die Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsräumen ungebrochen hoch bleibt. Zudem erzwingen veränderte Arbeitsweisen wie Homeoffice und die andauernde Krise im stationären Einzelhandel eine grundlegende Transformation gewerblicher Objekte.
Umso wichtiger ist es, die positiven Signale, die sich allmählich am Markt bemerkbar machen, richtig zu deuten und zu nutzen. Prof. Dr. Just warnt davor, in kollektivem Pessimismus zu verharren, denn erste ökonomische Indikatoren deuten zweifelsfrei auf eine spürbare Bodenbildung hin.
„Trotz aller Molltöne gibt es wieder Grund, an Dur zu denken – es gibt Licht am Ende des Tunnels.“ — Prof. Dr. Tobias Just
Diese neue Zuversicht speist sich aus konkreten Datenpunkten und Marktbeobachtungen, die auf eine langsame Stabilisierung hindeuten. Besonders die Nachfrage nach Finanzierungen für den dringend benötigten Wohnungsbau zieht im Vergleich zu den Vormonaten wieder spürbar an, was auf eine Rückkehr des Transaktionsmarktes hindeutet.
Auch wenn die Bautätigkeit nach wie vor auf einem historisch niedrigen Niveau verharrt, eröffnet die aktuelle Marktphase ein einzigartiges Zeitfenster. Es ist die Zeit des strategischen Vordenkens und Konzipierens gekommen, um flexibel auf die veränderten Bedürfnisse von Mietern und Nutzern zu reagieren. Die Neugestaltung unserer Innenstädte verlangt nach kreativen, unkonventionellen Lösungen abseits starrer Schablonen.
Besonders der Leerstand in Büroimmobilien bietet hierbei ein enormes Potenzial, das von mutigen Marktteilnehmern gehoben werden kann. Die Innenstädte müssen wieder zu echten Lebensräumen werden, in denen Arbeit, Wohnen, Konsum und Freizeit fließend ineinander übergehen.
Die anstehenden Transformationsaufgaben lassen sich jedoch nicht allein durch Theorie lösen. Prof. Dr. Just appelliert an alle Marktteilnehmer, wieder mehr unternehmerischen Mut an den Tag zu legen. Dieser Mut wird auf sämtlichen Ebenen der Wertschöpfungskette benötigt – angefangen bei den Investoren über die Projektentwickler bis hin zu den finanzierenden Banken.
„Wir brauchen Unternehmer und deswegen auch den Mut – auf der Eigenkapital-, Projektentwickler- und Bankenseite.“ — Prof. Dr. Tobias Just
Ohne ein koordiniertes Zusammenspiel dieser drei Säulen droht die Gefahr, dass zukunftsweisende Projekte bereits in der Planungsphase am fehlenden Kapital scheitern. Nur wer jetzt Risiken klug abwägt und entschlossen handelt, wird langfristig zu den Gewinnern des neuen Marktzyklus gehören.
Es war schon immer eine goldene Regel der Immobilienwirtschaft: Antizyklisches Handeln erfordert Mut, belohnt die Akteure jedoch meist mit überdurchschnittlichen Erfolgen. Prof. Dr. Just macht im Gespräch aber auch unmissverständlich klar, dass die aktuelle Marktphase keinesfalls mit blindem Aktionismus verwechselt werden darf. Vielmehr geht es darum, die aktuelle Ruhe vor dem nächsten Aufschwung für tiefgründige Marktanalysen und Konzeptentwicklungen zu nutzen.
„Wenn alle wissen, dass es einfach ist, Geld zu verdienen, dann ist man meistens falsch.“ — Prof. Dr. Tobias Just
Der kluge Akteur nutzt die Gunst der Stunde, um den Grundstein für die Erfolge von morgen zu legen. Diejenigen, die sich heute den drängenden Fragen der Digitalisierung, der Nachhaltigkeit und der urbanen Umnutzung stellen, werden die Marktführer des nächsten Zyklus sein.
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Prof. Dr. Tobias Just ist der wissenschaftliche Leiter der IREBS Immobilienakademie und trat als Experte auf dem P5 Kongress auf.
Er bewertet die Stimmung sehr positiv und hebt besonders die inspirierenden Impulse von anderen Speakern wie Michael Braungart hervor.
Ja, laut Just gibt es erste positive Signale wie anziehende Finanzierungsanfragen im Wohnungsbau und eine steigende Websuche nach Immobilienthemen.
Herausforderungen sind unvollständige Preisanpassungen, zu geringe Baufertigstellungen im Wohnungsbau sowie die Transformation von Büros und Einzelhandelsflächen.
Ja, laut Prof. Dr. Just ist die Preisanpassung gerade bei Grundstücken zum Großteil bereits abgeschlossen.
Weil erste Stabilisierungstendenzen sichtbar sind und jetzt Konzepte für die anstehende Transformation entwickelt werden müssen, ehe der Markt wieder boomt.
Banken müssen wie Eigenkapitalgeber und Entwickler unternehmerischen Mut beweisen und wieder bereit sein, Finanzierungen aktiv zu begleiten.
Innenstädte müssen attraktiver gestaltet, teilweise zurückgedreht und durch eine stärkere Integration von Wohnraum revitalisiert werden.
Die Transformation erfordert laut Just komplexe, individuelle Konzepte, insbesondere bei der Umnutzung von Büroräumen, für die es keine einfachen Pauschallösungen gibt.
Er nutzt die musikalische Metapher, um auszudrücken, dass trotz der krisenhaften 'Molltöne' der letzten Monate nun wieder positivere Zeiten ('Dur') anbrechen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.