
Wie baut man eine authentische Personal Brand in der Immobilienbranche auf? Antonia Nehring verrät im Gespräch mit Alexander Schmid die besten Strategien.
Auf der Deutschen Immobilienmesse trifft geballtes Branchenwissen auf moderne Marketingstrategien. Alexander Schmid begrüßt in seinem mobilen Podcast-Studio die Branding-Expertin Antonia Nehring, auch bekannt als Tony. Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie Unternehmer und Selbstständige aus der Immobilienbranche aus der Masse herausstechen können. Branding ist kein reines Luxusthema, sondern ein entscheidender Hebel für den geschäftlichen Erfolg.
Ein starker Auftritt ermöglicht es nicht nur, die eigene Sichtbarkeit massiv zu steigern, sondern auch höhere Preise am Markt durchzusetzen. Die Immobilienbranche ist traditionell stark von Äußerlichkeiten geprägt. Doch echter Erfolg entsteht heute vor allem durch eine klare, unverwechselbare Identität.
Viele Unternehmer begehen den Fehler, primär ihre nackte Dienstleistung oder technische Details zu verkaufen. Antonia Nehring stellt klar, dass Kunden sich selten für die reine Dienstleistung an sich interessieren. Menschen handeln egoistisch und suchen nach Lösungen, die ihnen ein bestimmtes Gefühl vermitteln. Eine erfolgreiche Marke verkauft daher niemals nur ein Produkt, sondern transportiert immer ein Lebensgefühl und eine klare Emotion.
Als Paradebeispiel nennt sie globale Marken wie Red Bull, die keine bloßen Energy-Drinks, sondern das Lebensgefühl von Extremsport und Abenteuer verkaufen. Auch in der Immobilienbranche geht es beim Kauf oder der Beratung um Vertrauen und Status.
"Am Ende verkaufst du eine Emotion und ein Lebensgefühl." — Antonia Nehring
Wer dieses Prinzip versteht, hebt sich sofort von Hunderten Mitbewerbern ab, die lediglich Standardleistungen anbieten.
In der Marketingwelt wird oft diskutiert, ob eine Firmenmarke oder eine Personal Brand der Vorzug zu geben ist. Antonia räumt mit dem Missverständnis auf, dass Personal Branding der leichtere Weg sei. Zwar ist das Erstellen eines Logos und das Definieren von Firmenwerten schnell erledigt. Doch das Gewinnen von tiefem, persönlichem Vertrauen als Einzelperson erfordert kontinuierliche Arbeit und Mut.
"Personal Branding ist wichtiger als Branding, aber es ist nicht einfacher aufzubauen." — Antonia Nehring
Die sozialen Netzwerke zeigen deutlich, dass persönliche Profile meist ein Vielfaches an Interaktion und Followern generieren im Vergleich zu unpersönlichen Firmenkanälen.
Für Kleinunternehmer und Einsteiger skizziert die Expertin einen klaren Fahrplan, der ohne großes Budget umsetzbar ist. Der Prozess beginnt mit der schriftlichen Fixierung der eigenen Identität. Es geht darum, sich selbst und sein Angebot glasklar zu definieren.
Drei wesentliche Kernkomponenten bilden das unverzichtbare Fundament:
Antonia lebt ihre Werte wie Authentizität und Transparenz selbst vor, indem sie durch ihre markante Brille bewusst einen visuellen Anker setzt, der im Gedächtnis bleibt.
Die genaue Kenntnis der Zielgruppe entscheidet über den Erfolg jeder Marketingmaßnahme. Dank moderner Technologien wie künstlicher Intelligenz ist dieser Prozess heute einfacher denn je. Antonia empfiehlt, Tools wie ChatGPT aktiv zu nutzen, um eine präzise Buyer Persona zu entwickeln.
Dabei sollte man so detailliert wie möglich vorgehen und der fiktiven Person einen Namen, ein konkretes Alter, eine familiäre Situation und spezifische Konsumgewohnheiten zuweisen.
Nur wer seine Zielgruppe besser kennt als sich selbst, kann seine Botschaften so formulieren, dass sie eine echte emotionale Wirkung erzielen.
Eine gute Positionierung nützt nichts, wenn sie nur in einem Konzeptpapier existiert. Im Gespräch fordert Antonia Alexander Schmid spontan heraus, seine eigene Positionierung auf den Punkt zu bringen. Nach einem ersten, noch ausbaufähigen Versuch liefert Alexander eine präzise Formulierung ab: Er unterstützt B2B-Unternehmer ab einem gewissen Umsatzniveau dabei, komplexe und erklärungsbedürftige Produkte verkaufspsychologisch optimiert über Podcasts zu vermarkten.
Diese Übung verdeutlicht, dass die eigene Positionierung wie aus der Pistole geschossen kommen muss. Jeder Unternehmer muss innerhalb kürzester Zeit erklären können, für wen er welchen Nutzen stiftet. Nur so lässt sich in Netzgesprächen oder auf Messen sofort filtern, ob das Gegenüber als potenzieller Kunde oder Kooperationspartner infrage kommt.
Ein kritischer Punkt in der von Statussymbolen geprägten Immobilienbranche ist die Echtheit des Auftretens. Alexander Schmid spricht die Gefahr von gefälschten Statussymbolen wie geleasten Luxusautos oder gefälschten Uhren an. Antonia betont nachdrücklich, dass unauthentisches Auffallen langfristig dem Ruf schadet. Wer sich verstellt, um ein bestimmtes Klischee zu bedienen, wird schnell entlarvt.
Wahre Anziehungskraft entsteht, wenn das äußere Erscheinungsbild und die innere Persönlichkeit im Einklang stehen. Wer von Natur aus eher zurückhaltend oder klassisch gekleidet ist, sollte genau diesen Stil selbstbewusst verkörpern. Auch eine bewusste Einfachheit oder ein spezieller lokaler Dialekt können als unverwechselbare Markenmerkmale dienen und Vertrauen stiften.
Zum Abschluss der Episode teilt Antonia Nehring zwei sofort umsetzbare Tipps für alle Zuhörer, die aktiv an ihrer Marke arbeiten wollen. Sichtbarkeit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Handlungen. Ohne den Mut, den ersten Schritt in die Öffentlichkeit zu wagen, bleibt selbst das beste Angebot unsichtbar.
"Wenn die Leute das nicht sehen, wenn du nicht rausgehst, dann werden die Kunden auch so nicht kommen." — Antonia Nehring
Die zwei Schritte zur sofortigen Umsetzung umfassen:
Mit diesen einfachen Schritten legen Sie den Grundstein für eine unverwechselbare Personal Brand, die langfristig Kunden anzieht.
Während Unternehmensbranding über Logos und Firmenwerte definiert wird, stellt Personal Branding die echte Person in den Fokus. Personal Branding baut tieferes Vertrauen auf, da Menschen letztlich von Menschen kaufen.
Eine Dienstleistung bieten oft Hunderte Konkurrenten an. Erst die Emotion und das Lebensgefühl, das eine Marke vermittelt, überzeugen Kunden, sich genau für diese Person oder dieses Unternehmen zu entscheiden.
Werte sollten ehrlich und authentisch sein. Am besten reflektiert man die eigenen Stärken und Arbeitsweisen, wie etwa Transparenz, Authentizität oder einen hohen ästhetischen Qualitätsanspruch.
Mit ChatGPT lässt sich eine extrem detaillierte Käufer-Persona erstellen. Man füttert die KI mit echten Daten zu Alter, Beruf, familiärer Situation und Kaufverhalten, um die Zielgruppe besser zu verstehen als sich selbst.
Eine starke Positionierung beantwortet präzise, wen man anspricht, welches konkrete Problem man löst und was das eigene Angebot einzigartig macht – idealerweise so kurz, dass man es im Schlaf aufsagen kann.
Nein, aufgesetzte Statussymbole können unauthentisch wirken. Echtes Branding sollte die eigene Persönlichkeit widerspiegeln, anstatt eine künstliche Rolle zu spielen, die nicht der Realität entspricht.
LinkedIn ist eine ungenutzte Goldgrube, da von den Milliarden registrierten Nutzern derzeit nur etwa ein Prozent aktiv eigene Beiträge und Inhalte veröffentlicht.
Die Agentur arbeitet komplett remote, verzichtet auf klassische feste Mitarbeiterstrukturen und greift stattdessen flexibel auf ein Netzwerk von rund 78 Freelancern und Subunternehmern zurück.
Man schreibt seinen Namen in die Mitte eines Blattes und sammelt im Kreis herum alle Leidenschaften, Fachthemen, Charaktereigenschaften und Merkmale, die einen persönlich ausmachen.
Die meisten Messestände sind austauschbar gestaltet. Erst durch ein interaktives Element wie ein mobiles Podcast-Studio oder ein unkonventionelles, auffälliges Auftreten entsteht echter Wiedererkennungswert.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.