
Unternehmensberatung für Hausverwaltungen: So gelingt die technische Objektbegehung rechtssicher und effizient. Wertvolle Best Practices im Podcast.
Hausverwaltungen stehen tagtäglich vor der enormen Aufgabe, den laufenden Bauzustand von Bestandsimmobilien instand zu halten. Dabei geht es selten um ein einzelnes Großprojekt, sondern vielmehr um einen kontinuierlichen Strom an Kleinstschäden, die ununterbrochen koordiniert werden müssen.
Jede defekte Brandschutztür, jede kaputte Glasscheibe und jedes Graffiti erfordern Aufmerksamkeit und fehlerfreie Prozesse.
Das wahre Problem ist die unerwartete Komplexität, die selbst hinter banal wirkenden Schäden steckt. Ein simpler Glasschaden kann schnell mehrere Parteien einspannen und die Verwaltung vor logistische Herausforderungen stellen.
„Die Masse dieser vielen kleinen Projekte, das ist das Problem und man muss diese Menge managen.“ — Olaf Printz
Eine technische Objektbegehung dient im Kern immer dazu, den exakten Bauzustand einer Immobilie zu einem definierten Zeitpunkt verlässlich festzuhalten. Je nach Anlass unterscheidet man in der Praxis zwischen verschiedenen Begehungstypen, die jedoch alle dieselbe solide Dokumentationsgrundlage erfordern.
Am Ende jeder Begehung steht der Anspruch einer rechtssicheren Dokumentation. Sie dient als Schutzschild vor unberechtigten Ansprüchen und bildet das rechtliche Fundament für eventuelle spätere Auseinandersetzungen mit Dienstleistern, Mietern oder Bauträgern.
Die Abnahme von Sondereigentum ist für viele Käufer ein hochgradig emotionaler und stressbehafteter Moment. Als Sachverständiger bereitet sich Olaf Printz intensiv vor, indem er die vertraglich vereinbarte Baubeschreibung und die Sonderwunschliste als Maßstab heranzieht. Seine Aufgabe vor Ort ist der penible Abgleich der gebauten Realität mit dem geschuldeten Soll-Zustand.
Bei der Abnahme treffen unterschiedliche Parteien aufeinander, weshalb eine klare Rollenverteilung entscheidend ist. Der Bauleiter des Bauträgers führt in der Regel das offizielle Abnahmeprotokoll, während der Käufer und sein Gutachter die Mängel diktieren.
Trotz vieler negativer Berichte in den Medien stellt Olaf Printz klar, dass die Bauqualität – beispielsweise im Großraum München – in den letzten 20 Jahren spürbar gestiegen ist. Früher füllten Gutachter bei einer einzigen Wohnungsabnahme mühelos mehrere DIN-A4-Seiten mit gravierenden Fehlern wie unzureichenden Putzanschlüssen oder Zugluftproblemen.
Heute bewegen sich Abnahmen auf einem weitaus höheren handwerklichen Niveau. Um die Atmosphäre vor Ort entspannt zu halten und die Mängelbeseitigung für die Handwerker zu erleichtern, hat sich in der Praxis ein pragmatischer Ansatz bewährt.
Ein Protokoll ist nur dann rechtssicher, wenn es für unbeteiligte Dritte – wie etwa Richter, Anwälte oder nachgelagerte Handwerker – auch Jahre später noch lückenlos nachvollziehbar ist. Häufig scheitern Dokumentationen an kleinen, vermeintlich unwichtigen Details, die im Trubel des Vor-Ort-Termins vergessen werden.
Um dies zu verhindern, müssen bestimmte formale Kriterien zwingend erfüllt und sauber dokumentiert werden.
„Für jede Feststellung braucht es drei Punkte: Das Foto, die Ortsbezeichnung und den Text.“ — Olaf Printz
Dieser Dreiklang sorgt dafür, dass jeder Schaden eindeutig verortet wird und keine Missverständnisse über den Zustand entstehen können.
In der Praxis setzen viele Gutachter und Verwalter auf Tablets oder schwere Kameras. Olaf Printz bricht jedoch eine Lanze für das Smartphone als einzig wahres Werkzeug auf der Baustelle. Die moderne Kameratechnologie von Handys macht separate Kameras überflüssig und liefert selbst in dunklen Ecken, wie unter Waschbecken, hervorragende Ergebnisse ohne störende Blitz-Reflektionen.
Zudem bietet das Smartphone einen unschlagbaren ergonomischen Vorteil bei der täglichen Arbeit im Feld.
„Ich will auf der Baustelle kein großes Equipment mit mir rumschleppen. Ich möchte das Handy haben.“ — Olaf Printz
Jeder Experte durchlebt in seiner Karriere Phasen des schmerzhaften Lernens. Olaf Printz berichtet von seinem persönlichen „Waterloo“ als junger Gutachter. Als er bei einer Abnahme ohne die genaue Kenntnis der dazugehörigen DIN-Normen vom Bauleiter in die Enge getrieben wurde, schwor er sich, nie wieder unvorbereitet zu sein.
Er steckte zwei Wochenenden intensive Arbeit in eine Excel-Liste, die alle gängigen Baufehler mit den passenden Normen verknüpfte. Beim nächsten Termin reichte ein Blick in die Tabelle, um jede Diskussion im Keim zu ersticken.
Aus dieser Liste entstand im Jahr 2008 schließlich die Idee, eine mobile App zu programmieren, um diese Daten auf der Baustelle griffbereit zu haben.
Der demografische Wandel trifft auch die Bau- und Immobilienbranche mit voller Härte. Erfahrene, grauhaarige Experten gehen reihenweise in den Ruhestand, während nicht genügend qualifizierte Nachwuchskräfte nachrücken.
Um diese Lücke zu schließen, müssen Unternehmen effizienter arbeiten und das vorhandene Expertenwissen sichern.
Die Lösung liegt im systematischen und digitalen Transfer dieses Erfahrungsschatzes von den älteren Kollegen hin zur Smartphone-Generation.
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Es ist die schiere Masse an vielen kleinen Projekten und Mängeln, die gleichzeitig koordiniert werden müssen.
Zur Vorbereitung werden zwingend die vertragliche Baubeschreibung sowie die Liste der vereinbarten Sonderwünsche benötigt.
Bei der Abnahme liegt die Beweispflicht beim Bauträger, weshalb alle vermuteten Mängel ins Protokoll diktiert werden sollten.
Olaf Printz empfiehlt einfache bunte Klebepunkte, die Handwerker sofort sehen und nach der Behebung entfernen können.
Es müssen die Teilnehmer, der Ort, das Datum, die minutengenaue Start- und Endzeit sowie das Wetter dokumentiert werden.
Eine anerkannte Feststellung besteht immer aus der Kombination eines Fotos, einer präzisen Ortsbeschreibung und eines Erläuterungstextes.
Smartphones sind handlicher, passen in die Hosentasche, stören nicht beim Besteigen von Gerüsten und erzeugen hervorragende Detailbilder.
Indem alle Daten direkt vor Ort vollständig digital mit vorgefertigten Standard-Textbausteinen im Handy erfasst werden.
Indem ihr Fachwissen in digitalisierten Checklisten, Textbausteinen und Berichtsvorlagen einer App hinterlegt wird.
Genaue Normenbezüge (wie DIN-Vorschriften) entkräften Diskussionen mit Bauträgern sofort und schaffen juristische Klarheit.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.