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    immo-inside · 5. Mai 2026

    Mehrfamilienhaus kaufen: Für wen es sich wirklich lohnt

    5. Mai 2026 13 Min. 5 Min. Lesezeit
    Für wen sich ein Mehrfamilienhaus wirklich lohnt – mein ehrliches Praxisbeispiel

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Millionenvermögen ist keine Grundvoraussetzung für den Kauf eines Mehrfamilienhauses, da vorhandene Immobilien oder Aktienportfolios als freie Sicherheiten genutzt werden können.
    • Die eigene Hausbank ist oft der falsche Berater, weil sie häufig nur den aktuellen Kontostand statt der gesamten gebundenen Liquidität bewertet.
    • Um existenzbedrohende Fehler bei Millioneninvestitionen zu vermeiden, müssen bei der Detailprüfung von Altlasten und Baurecht echte Fachprofis hinzugezogen werden.
    • Mit einer strukturierten Vorgehensweise lässt sich ein Mehrfamilienhaus-Projekt bereits mit einem wöchentlichen Zeitaufwand von drei bis fünf Stunden erfolgreich realisieren.
    • Steuerliche Sonderabschreibungen wie die Sanierungs-AfA nach § 7h EStG ermöglichen eine vollständige Abschreibung bestimmter Investitionen über zwölf Jahre und sichern so eine hohe Rentabilität.

    Sie wollen ein Mehrfamilienhaus kaufen? Dr. Peter Burnickl erklärt im Podcast die finanziellen Voraussetzungen anhand eines echten Praxisbeispiels.

    Der Mythos vom Millionenvermögen beim Immobilienkauf

    Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass der Erwerb eines Mehrfamilienhauses nur für Multimillionäre infrage kommt. Dr. Peter Burnickl räumt direkt zu Beginn mit diesem weit verbreiteten Vorurteil auf und zeigt praktikable Wege auf.

    Ein Eigenkapital von 200.000 bis 300.000 Euro auf dem Sparbuch ist keineswegs der einzige Weg, um ein solches Projekt erfolgreich zu starten. Viel wichtiger ist eine fundierte Gesamtbetrachtung der eigenen Vermögenswerte und der Bonität.

    „Es wäre auch fatal irgendwo 300.000 € direkt in eine einzelne Wohnung zu stecken. Vollkatastrophe.“ — Dr. Peter Burnickl

    Wer sein liquides Kapital unüberlegt in einem einzigen Objekt bindet, beraubt sich wichtiger finanzieller Flexibilität. Es gilt stattdessen, die vorhandenen Mittel intelligent als Hebel einzusetzen.

    Bonität und die verborgenen Sicherheiten nutzen

    Eine gute Bonität durch ein solides, regelmäßiges Gehalt bildet das Fundament für jedes größere Immobilienvorhaben. Viele angehende Investoren besitzen zudem bereits unbemerkt Vermögenswerte, die als hervorragende Sicherheiten dienen können.

    Dazu gehören unter anderem:

    • Bestehende Immobilien: Bereits abbezahlte oder teilweise getilgte Eigentumswohnungen lassen sich hervorragend nachbesichern.
    • Aktienportfolios: Depots können bei vielen Banken beliehen werden, um zusätzliches Eigenkapital für den Kauf darzustellen.
    • Grundstücke und Reserven: Geerbte Grundstücke oder ungenutzte Flächen bieten enormes Potenzial für eine Nachverdichtung oder Aufstockung.

    Die eigene Hausbank ist in diesen Fällen leider oft ein schlechter Ratgeber. Sie betrachtet meist nur den aktuellen Kontostand und übergeht das Potenzial im Hintergrund.

    Eine umfassende Analyse der freien und gebundenen Liquidität schafft Klarheit über den tatsächlichen finanziellen Spielraum. Mit rund 20 Prozent echtem oder besichertem Eigenkapital lässt sich bereits ein stattliches Mehrfamilienhaus realisieren.

    Der größte Fehler: Warum viele Investoren niemals starten

    Der häufigste Fehler auf dem Weg zum eigenen Mehrfamilienhaus ist die reine Passivität. In der Praxis werden diese Personen oft liebevoll als „Träumer“ bezeichnet, die zwar jahrelang analysieren, aber niemals handeln.

    Wer erfolgreich investieren will, muss eine klare Entscheidung treffen und fokussiert vorgehen. Das ewige Abwägen ohne konkreten Abschluss führt letztlich nur zu verpassten Marktchancen.

    Um in die Umsetzung zu kommen, sind folgende Schritte essenziell:

    • Zieldefinition: Klären Sie vorab, ob Sie einen Neubau oder eine Sanierung im Bestand anstreben.
    • Lageanalyse: Definieren Sie eine klare Makro- und Mikrolage in einem zukunftsträchtigen Ballungsraum.
    • Fokus behalten: Konzentrieren Sie sich auf wenige, dafür aber vielversprechende Angebote im Zielgebiet.

    Gerade in der aktuellen Marktphase bieten sich hervorragende Einkaufsmöglichkeiten für entschlossene Käufer. Wer jetzt aktiv sucht und den Markt analysiert, findet echte Perlen zu attraktiven Preisen.

    Blindes Vertrauen vermeiden und Profis hinzuziehen

    Das Gegenteil des zögerlichen Träumers ist der naive Investor, der ohne Prüfung in Millionenprojekte hineinstolpert. Da es sich bei Mehrfamilienhäusern schnell um Investitionen im siebenstelligen Bereich handelt, ist dieses Vorgehen extrem gefährlich.

    Sobald ein potenzielles Objekt identifiziert wurde, gehört die detaillierte Prüfung in die Hände von echten Experten. Der handwerklich begabte Onkel reicht hierfür bei Weitem nicht aus.

    Für eine fundierte Due Diligence sollten Sie folgende Fachleute einbinden:

    • Architekten und Ingenieure: Diese prüfen den baulichen Zustand der Substanz und decken verdeckte Mängel auf.
    • Altlastenprofis: Sie untersuchen den Baugrund auf Schadstoffe oder eventuelle Kampfmittelrückstände.
    • Baurechtler: Diese klären komplexe Fragen zum Bestandsschutz, Abstandsflächen oder Nachbarrechten.

    Auch Themen wie das Grundwasser oder notwendige Wasserhaltungen können ein Projekt im Nachhinein massiv verteuern. Eine professionelle Absicherung schützt Sie vor bösen Überraschungen und finanziellem Schaden.

    Drei bis fünf Stunden pro Woche reichen aus

    Ein weiteres großes Vorurteil betrifft den angeblich immensen Zeitaufwand, den ein Mehrfamilienhausprojekt fordert. Viele glauben, dass ein solches Investment neben einem Vollzeitjob unmöglich zu bewältigen sei.

    Mit einer strukturierten Vorgehensweise und den richtigen Prozessen lässt sich dieses Vorhaben jedoch erstaunlich effizient gestalten. Ein wöchentliches Zeitfenster von wenigen Stunden ist absolut ausreichend.

    „Mit unserer strukturierten Vorgehensweise kannst du ohne Probleme in drei bis fünf Stunden pro Woche ein Mehrfamilienhaus realisieren.“ — Dr. Peter Burnickl

    Entscheidend ist hierbei die Delegation von Aufgaben an qualifizierte Dienstleister. Wer versucht, jeden Schritt selbst zu steuern, verliert schnell den Überblick und wertvolle Zeit.

    Das Praxisbeispiel: Vom Audi-Manager zum Portfolio-Besitzer

    Wie erfolgreich dieses System in der Praxis funktioniert, zeigt das Beispiel von Michael, einem vielbeschäftigten Manager bei Audi. Er hatte weder tiefe Vorkenntnisse im Bauwesen noch die Zeit für eine zeitintensive Projektsteuerung.

    Mit der richtigen Unterstützung erwarb er ein teilweise saniertes Objekt in einer historischen Altstadt. Trotz einer anspruchsvollen beruflichen Situation konnte das Projekt extrem stressfrei abgewickelt werden.

    Der Ablauf gestaltete sich wie folgt:

    • Einkauf: Ein unfertiges Sanierungsobjekt wurde zu einem attraktiven Preis gesichert.
    • Sanierung: Die technische Abwicklung und Bauleitung wurde vollständig an Experten übergeben.
    • Vermietung: Nach Fertigstellung wurde das Objekt cashflow-positiv voll vermietet.

    Der wöchentliche Aufwand für Michael lag während der gesamten Phase bei lediglich zwei bis drei Stunden. Mittlerweile besitzt er mehrere Mehrfamilienhäuser und baut sein Portfolio kontinuierlich weiter aus.

    Steuern sparen mit der Sanierungs-AfA

    Neben dem laufenden Cashflow spielen steuerliche Aspekte eine herausragende Rolle bei der Rentabilität von Mehrfamilienhäusern. Besonders die sogenannte Sanierungs-AfA bietet für Gutverdiener immense Vorteile.

    Über die Abschreibung nach § 7h EStG lassen sich bestimmte Sanierungskosten in Sanierungsgebieten steuerlich geltend machen. Dies führt zu einer drastischen Reduzierung der persönlichen Steuerlast über mehrere Jahre.

    Die steuerlichen Hebel im Überblick:

    • 100 Prozent Abschreibung: Die begünstigten Sanierungskosten können über einen Zeitraum von zwölf Jahren voll abgeschrieben werden.
    • Zusätzliche Förderungen: Kombinationen mit zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen der KfW erhöhen die Rentabilität zusätzlich.
    • Steuerfreier Verkauf: Nach einer Haltefrist von zehn Jahren kann die Wertsteigerung steuerfrei realisiert werden.

    Diese legalen Gestaltungsmöglichkeiten machen die Bestandssanierung im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie Aktien oder Kryptowährungen unschlagbar. Sie verwandeln Steuerzahlungen direkt in privaten Vermögensaufbau.

    Der rote Faden für ein erfolgreiches Investment

    Wer ernsthaft über den Kauf eines Mehrfamilienhauses nachdenkt, benötigt zwingend einen roten Faden von der ersten Besichtigung bis zur Bewirtschaftung. Ein unstrukturiertes Vorgehen vernichtet im schlimmsten Fall fünf- bis sechsstellige Summen.

    „Es ist euer Geld, ihr seid der Boss. Ob ihr Ahnung habt oder nicht.“ — Dr. Peter Burnickl

    Sichern Sie sich das notwendige Know-how über professionelle Partner und lassen Sie sich nicht von Dienstleistern übervorteilen. Eine exakte Kostenkontrolle und eine saubere technische Due Diligence sind die Eckpfeiler Ihres Erfolgs.

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    Häufige Fragen

    Braucht man ein Millionenvermögen, um ein Mehrfamilienhaus zu kaufen?

    Nein, ein Millionenvermögen auf dem Konto ist nicht zwingend erforderlich. Ein Eigenkapital von etwa 200.000 bis 300.000 Euro oder vergleichbare Sicherheiten wie bestehende, unbelastete Immobilien und beleihende Aktienportfolios reichen als solide Basis völlig aus.

    Welche Rolle spielen freie Sicherheiten bei der Finanzierung?

    Freie Sicherheiten aus bereits vorhandenen Immobilien können von Banken zur Nachbesicherung des neuen Kredits genutzt werden. Dadurch lässt sich der Bedarf an liquidem Eigenkapital für das neue Mehrfamilienhausprojekt erheblich reduzieren.

    Warum ist die Hausbank oft nicht der beste Partner für solche Projekte?

    Hausbanken betrachten oft nur starr den aktuellen Kontostand und übersehen die Potenziale von gebundenem Vermögen wie Aktien oder Immobilienwerten. Ein spezialisierter Finanzierungsberater kann die gesamte Vermögenslage deutlich besser strukturieren.

    Wie viel Zeit muss man pro Woche für ein solches Projekt einplanen?

    Bei einer strukturierten Vorgehensweise und dem Einsatz von Experten reichen bereits drei bis fünf Stunden pro Woche aus. So lässt sich das Investment auch problemlos neben einer anspruchsvollen Vollzeitbeschäftigung realisieren.

    Was versteht man unter der Sanierungs-AfA (§ 7h EStG)?

    Die Sanierungs-AfA ermöglicht es Investoren, Sanierungskosten für Gebäude in festgelegten Sanierungsgebieten über einen Zeitraum von 12 Jahren zu 100 Prozent steuerlich abzuschreiben. Dies ist ein extrem starker Hebel zur Steueroptimierung für Gutverdiener.

    Welche Experten sollte man bei der Detailprüfung (Due Diligence) hinzuziehen?

    Sie sollten unbedingt Architekten, Bauingenieure, Altlastenprofis und Fachanwälte für Baurecht einbinden. Diese prüfen die Bausubstanz, den Boden auf Altlasten sowie baurechtliche Rahmenbedingungen und schützen vor unvorhersehbaren Kosten.

    Wann ist der beste Zeitpunkt, um ein Objekt steuerfrei zu verkaufen?

    Gewinne aus dem Verkauf von vermieteten Immobilien im Privatvermögen sind in Deutschland nach einer gesetzlichen Spekulationsfrist von zehn Jahren komplett steuerfrei.

    Was ist der größte Fehler von angehenden Immobilieninvestoren?

    Der größte Fehler ist die mangelnde Entscheidungsfreude, oft auch als "Träumer-Falle" bezeichnet. Viele Interessenten verharren jahrelang in der Analysephase, anstatt mit klarem Fokus und professioneller Begleitung ins Handeln zu kommen.

    Kann man ein Aktienportfolio für den Immobilienkauf nutzen, ohne es zu verkaufen?

    Ja, ein bestehendes Aktienportfolio kann von vielen Banken beliehen und als Sicherheit für die Immobilienfinanzierung hinterlegt werden. So bleibt das Aktiendepot investiert, während es gleichzeitig den Kauf des Mehrfamilienhauses ermöglicht.

    Warum ist ein normaler Einfamilienhaus-Architekt für Mehrfamilienhäuser oft ungeeignet?

    Mehrfamilienhäuser unterliegen komplexeren baurechtlichen und technischen Anforderungen. Hierfür wird die Expertise von Architekten benötigt, die gezielt auf den Geschosswohnungsbau und gewerbliche Einheiten spezialisiert sind.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.